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Rasumofskygasse 24

Fakten

Rasumofskygasse 24

Rasumofskygasse 24, 1030 Wien

Baujahr: 1803-1807

Wohnungen: 10

Architekt: Louis de Montoyer

Weitere Adressen

Siegelgasse 3, 1030 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Ab 1806 ließ der russische Gesandte in Wien, Fürst Andrej Kyrillowitsch Rasumofsky, vom Architekten Louis de Montoyer das noch heute bestehende Palais Rasumofsky errichten. Der Gebäudekomplex Rasumofskygasse 20-24 wurde ab 1803 als Stall- und Wirtschaftsgebäude des gegenüberliegenden Palais erbaut. Nach dem Tod des Fürsten 1836 wechselte die Anlage mehrmals den Besitzer. Ab 1848 wurden die ein- bis zweigeschoßigen Wirtschaftsgebäude aufgestockt und als Zinshäuser adaptiert.

Die Architektur

Der Gebäudekomplex erstreckt sich entlang der Rasumofskygasse von der Siegelgasse bis zur Salmgasse. Wie das Palais wurden auch die Wirtschaftsgebäude in strengen klassizistischen Formen errichtet, was noch zum Teil an den unteren Geschoßen zu erkennen ist. Der Gebäudeteil Nr. 20 ist durch schlichte Wandvorlagen gegliedert, welche die zwei unteren Geschoße umfangen. Die zentrale Fensterachse wird von gedoppelten Wandvorlagen eingefasst. Die beiden anschließenden Gebäudeblöcke sind, der ursprünglichen Nutzung als Remisen und Stallungen entsprechend, mit Rundbogentoren versehen. Die Gebäude Nr. 22 und 24 werden im Erdgeschoß nur von horizontalen Kanneluren durchzogen, die sich allerdings über den gesamten Komplex erstrecken. Die beiden später aufgesetzten Etagen vereinheitlichen den gesamten Gebäudekomplex. Sie sind der Bauzeit entsprechend mit historistischem Dekor versehen. Während die untere Fensterreihe mit einem Relieffeld und Gebälk abgeschlossen wird, finden sich über den darüber liegenden Fenstern Dreiecksgiebel. Gliedernde Akzente werden durch das Zusammenfassen von jeweils zwei Fensterachsen gesetzt, wie man es an der Fassade zur Siegelgasse des Gebäudeteils Nr. 24 beobachten kann. Die Fenster des obersten, später aufgesetzten Geschoßes werden nur durch eine leichte Profilierung umrahmt.

Der Name

Benannt wurde die Gasse 1862 nach dem russischen Gesandten Andrej Kyrillowitsch Fürst Rasumofsky (1752-1836), der sich ab 1806 das Palais Rasumofsky (Rasumofskygasse 23-25) erbauen ließ, welches ein zentraler Schauplatz des Wiener Kongresses (1814/1815) war.

Architekten

Louis de Montoyer - Louis de Montoyer (um 1749-1811) war zunächst für den habsburgischen Statthalter, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, in Brüssel tätig, für den er dort den Königspalast (Schloss Laeken) errichtete. 1795 folgte er Albert nach Wien und baute für ihn die "Albertina" in klassizistischer Manier um. In der Hofburg entstanden nach Montoyers Plänen der Zeremoniensaal und die Hofkapelle. 1807 wurde er von Kaiser Franz I. zum Hofarchitekten ernannt.

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