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Landstraßer Hauptstraße 13

Fakten

Landstraßer Hauptstraße 13

Landstraßer Hauptstraße 13, 1030 Wien

Baujahr: 1853

Wohnungen: 24

Architekt: Eduard Kuschee

Weitere Adressen

Gärtnergasse 14, 1030 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

In den Jahren 1840 bis 1870 stieg die Bevölkerungszahl in Wien von 440.000 auf 815.000. Dies verursachte unter anderem einen enormen Platz- und Wohnungsmangel. Das Gebäude ist ein typischer Wohnhof, wie er in diesen Jahren im Zuge der Stadterweiterung in den Vorstädten (außerhalb der heutigen Ringstraße) entstanden ist. Das zunächst als privates Geschäfts- und Wohnhaus errichtete Gebäude kam 1983 in den Besitz der Gemeinde Wien.

Die Architektur

Das Gebäude befindet sich Ecke Landstraßer Hauptstraße und Gärtnergasse. Das Erdgeschoß beherbergt Geschäftslokale, darüber liegen drei Wohngeschoße. Die beiden Straßenseiten sind der Bauzeit entsprechend mit historistischem Dekor überzogen, wobei die Fassaden von den äußersten Fensterachsen eingefasst werden, welche durch einen aufgesetzten Dreiecksgiebel besonders betont werden. In der Gärtnergasse ist die Mittelachse mit dem massiv gerahmten Rundtor zusätzlich durch einen bekrönenden Dreiecksgiebel hervorgehoben. In den Innenhof gelang man durch den unscheinbaren Eingang an der Landstraßer Hauptstraße. Von hier aus werden die Wohngeschoße durch drei Stiegen erschlossen. An der Rückseite des Gebäudes liegt ein kleiner Park.

... und die Kunst

Im Durchgang zur Landstraßer Hauptstraße hängt ein die Hl. Dreifaltigkeit darstellendes Relief. In der Durchfahrt zur Gärtnergasse findet sich eine Darstellung der Krönung Marias. Die barocken Skulpturen stammen vermutlich aus dem "Nepomucenispital", einem Armen- und Versorgungshaus, das seit etwa 1727 im Bereich der heutigen Invalidenstraße bestand und seit 1783 invalide Kriegssoldaten beherbergte. Im Zuge der Demolierung des Gebäudes 1909 dürften die Skulpturen in das benachbarte Wohnhaus gelangt sein.

Der Name

Die ehemalige Vorstadt "Landstraße" entwickelte sich aus einer Ansiedlung um das einst im Bereich des heutigen Rochusmarktes gelegene Kloster St. Nikolai. Um 1200 wurde diese Dorfgemeinschaft vor den Mauern Wiens als "Niklasvorstadt" bezeichnet. Die Straße entlang sich die Ansiedlung ausdehnte, wurde bereits im 2. Jahrhundert von den Römern genutzt. Etwa um 1300 findet sich erstmals die Erwähnung "An der Landstraße". Sie führte vom Stubentor direkt nach Ungarn und gab der Vorstadt später ihren Namen. 1850 erfolgte im Zuge der Stadterweiterung die Zusammenlegung der Vorstädte Landstraße, Erdberg und Weißgeber zum 3. Wiener Gemeindebezirk.

Sanierung

von 1989 bis 1991

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1989 bis 1991 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung von Fassade, Fenstern und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 1.162.620 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Eduard Kuschee - Eduard Kuschee (geb. 1814) ist vor allem als ausführender Baumeister (gemeinsam mit Leopold Mayr) des von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll geplanten Arsenals in Wien 3 (1849-1856) bekannt. 1873 wurde nach seinen Plänen das Mautner-Markhof-Kinderspital in Wien 3 errichtet (Schlachthausgasse 26-30; 2002 abgerissen).

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