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Kleine Stadtgutgasse 11-13

Fakten

Kleine Stadtgutgasse 11-13

Kleine Stadtgutgasse 11-13, 1020 Wien

Baujahr: 1990-1992

Wohnungen: 41

Architekt: Kurt Walder

Weitere Adressen

Holzhausergasse 9, 1020 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt in unmittelbarer Nähe zum Praterstern, der bereits 1564 durch Anlage der Achsen Praterstraße und Hauptallee konzipiert wurde. Unter Joseph II. erfolgte um 1800 die Umwandlung zum Sternplatz mit sieben ausstrahlenden Alleen. Wurde der Bereich südlich des Platzes zum Donaukanal hin bereits früh verbaut, so wurde das nördlich liegende Areal erst im Zuge der Donauregulierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Bauland gewonnen und parzelliert. Ein wichtiger Impuls für die Entwicklung des Gebietes war der 1865 eröffnete Nordbahnhof, der allerdings aufgrund starker Beschädigung im Zweiten Weltkrieg 1965 abgerissen werden musste.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage an der Ecke Kleine Stadtgutgasse/Holzhausergasse wird vor allem von dem auf die Blickachse zur Heinegasse ausgerichteten Stiegenhausturm dominiert. Seine massiven, glatten Wandflächen, die zur abgeflachten Kante hin etwas zurückspringen, sowie die prägnante Überhöhung mit ihrer spitzen Verdachung verleihen dem Turm ein beinahe wehrhaftes Aussehen.
An der Front zur Kleinen Stadtgutgasse werden das zum Teil als Geschäftszone genutzte Erdgeschoß und das erste Stockwerk durch schlichte Wandvorlagen zu einer Zone zusammengefasst. Unterbrochen wird die Ordnung von dem zweiten, hier in der Fassadenflucht liegenden und turmartig überhöhten Stiegenhaus. Rechts davon befinden sich der tief eingeschnittene Eingang und die Zufahrt zur Tiefgarage. Die glatte Fassade der Obergeschoße wird durch Achsen unterschiedlich großer Fenster strukturiert.

Auch an der abgestuften Front zur Holzhausergasse dominieren schlichte, großflächige Formen. Links außen ist die Fassadenflucht leicht vorgezogen, während der hier liegende Eingang und ein Garagentor in ein etwas vertieftes und farblich differenziertes Wandfeld eingegliedert sind. Drei schlichte Wandvorlagen erstrecken sich vom Gehsteig bis zum abschließenden Dachgesims, über dem steile Dachgauben hochragen.

Der Name

Die Kleine Stadtgutgasse trägt ihren Namen seit etwa 1885. Er geht auf ein im Besitz der Gemeinde Wien befindliches Gut zurück, das sich in dieser Gegend befand.

Architekten

Kurt Walder - Kurt Walder (1920-1996) besuchte zunächst die Staatsgewerbeschule in Salzburg und studierte ab 1938 Architektur bei Alexander Popp an der Akademie der bildenden Künste in Wien und nach kriegsbedingter ab 1945 bei Erich Boltenstern. Als freischaffender Architekt schuf Walder zahlreiche Wohn- und Geschäftsbauten. Für die Gemeinde Wien errichtete er unter anderem die Wohnhausanlage an der Rechten Wienzeile 25-27 in Wien 4 (zusammen mit Adolf H. Kautzky) und das Wohnhaus Rosensteingasse 47-49 in Wien 17.

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