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Wehlistraße 307

Fakten

Wehlistraße 307

Wehlistraße 307, 1020 Wien

Baujahr: 1970-1971

Wohnungen: 16

Architekt: Max Schmiderer

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich das Wohnhaus befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870 - 1875, gewann man ein wenig Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung eröffnet - ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. In der Nähe des Gemeindebaus befanden sich etwa die Siemens-Schuckert-Werke. Diese Fabrik war um 1900 die modernste der Elektroindustrie. Das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, ging 1929 aus Privatbesitz an die Gemeinde Wien über.

Die Architektur

Das vier Stockwerke umfassende Wohnhaus schließt eine Baulücke in der Wehlistraße. Die Erdgeschoßzone weist durchlaufende Geschäftsfenster in Stahlkonstruktion mit schwarzmattem Anstrich auf, die von vorkragenden Stahlbetonpfeilern begrenzt sind. Ein etwas eingezogener Eingangsbereich greift die Proportion der Geschäftsfenster auf. Der Aufbau der Straßenfassade ist symmetrisch. Hochrechteckige Fenster in zwei Achsen definieren die Mitte, die von rechteckigen Fenstern flankiert wird. Die äußersten Achsen werden durch Loggien mit weißem Parapet spiegelgleich akzentuiert. Die Fassade ist beige verputzt und weist gebrochen weiß gestrichene Holzfenster auf. Im teilweise gärtnerisch ausgestalteten Hof sind Wege aus Beton angelegt. Die Front des Hofes ist durch französische Fenster gekennzeichnet. Ein dunkelgrau verputzter Sockel definiert das Erdgeschoß.

Der Name

Die Straße, in der das Wohnhaus steht, ist nach Sektionschef August Freiherr Ritter von Wehli benannt. Der Namensgeber war Vizepräsident der Donauregulierungskommission.

Sanierung

von 2010 bis 2010

Die Wohnhausanlage wird an das Fernwärmenetz der Stadt Wien angeschlossen.

Architekten

Max Schmiderer - Max Schmiderer (1908-1979) studierte Architektur an der Technischen Hochschule und der Akademie der bildenden Künste in Prag (Tschechien). Als Architekt war er vorwiegend im Büro von Norbert Schlesinger tätig. Eines seiner wenigen eigenständig geplanten Bauwerke ist das kommunale Wohnhaus Wehlistraße 307 in Wien 2 (1970/71).

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