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Dr.-Natterer-Gasse 2-4

Fakten

Dr.-Natterer-Gasse 2-4

Dr.-Natterer-Gasse 2-4, 1020 Wien

Baujahr: 1967-1970

Wohnungen: 227

Architekt: Felix Nemecic, Kurt Schimak, Rudolf Goder, Karl Kotal

Weitere Adressen

Wehlistraße 240-244, 1020 Wien

Meiereistraße 8-10, 1020 Wien

Engerthstraße 259-263, 1020 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870 - 1875, gewann man ein wenig Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung eröffnet - ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. Auch zahlreiche Handelsunternehmen siedelten sich hier an. Bedingt durch die kurze Entstehungszeit des Wohnviertels, besitzt dieses eine relativ einheitliche und unverwechselbare Charakteristik. Das Grundstück, auf dem die Wohnhausanlage steht, befindet sich seit 1921 im Besitz der Stadt Wien.

Die Architektur

Die achtgeschoßige Anlage umfasst vier Baublöcke, die auf rechteckigem Grundriss einen begrünten Hof umschließen. Der nach der Dr.-Natterer-Gasse ausgerichteten Schmalseite, als Hauptfassade gekennzeichnet, ist ein großzügiger Parkplatz vorgelagert. Am etwas zurückgesetzten Mauerwerk des Mittelteils sind Loggien angebracht, die von einachsigen Risaliten flankiert werden. Kleine quadratische Fenster bestimmen den Eindruck der Fassade. An der nach der Engerthstraße orientierten Langseite ist das Erdgeschoßmauerwerk im Bereich der Geschäftslokale in Stahlbetonpfeiler aufgelöst. Beide Langseiten haben Loggien und Balkone, die mit kleinen quadratischen Fenstern alternieren. Die beiden Zentralachsen der an der Meiereistraße gelegenen Schmalseite sind durch Loggien definiert und werden von quadratischen Fenstern begrenzt. Vereinzelt ebenfalls mit Loggien und Balkonen ausgestattet, ist die Art der Gliederung der Fronten des Hofes jener der Straßenseiten angeglichen.

... und die Kunst

An der Meiereistraße findet sich auf begrüntem Areal eine abstrakte, sockellose, aufgebaute Vorplatzplastik. Das Kunstwerk wurde zwischen 1968 und 1970 von Matthias Hietz geschaffen. Es besteht aus Zementbeton und trägt den Titel "Entfaltete Form".

Der Name

Die Gasse, in der die Wohnhausanlage steht, ist nach Dr. Johann Natterer (1821-1900) benannt. Der Namensgeber war Leopoldstädter Arzt, erfand die Maschine zur Verflüssigung von Kohlensäure durch Kälte und betätigte sich zwischen 1861 und 1879 als Gemeinderat.

Sanierung

von 2008 bis 2010

Die Wohnhausanlage wurde 1999 bis 2001 saniert. Neben der Dachbodensanierung umfassten die Arbeiten u.a. auch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie die Sanierung der Balkone und Loggien. Die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. So können die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Gesamtkosten für diese Verbesserungsmaßnahmen belaufen sich auf 4.486.900 Euro, 922.005 Euro konnten durch einen Landeszuschuss gedeckt werden.

Eine weitere Sanierung erfolgte 2008 bis 2010. Dabei wurde das Dach instandgesetzt und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade und die Dämmung der obersten Geschoßdecke werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Weiters wurden Aufzüge instandgesetzt.

Architekten

Felix Nemecic - Felix Nemecic (1909-1979) studierte von 1927 bis 1932 Architektur an der Technischen Hochschule Wien und besuchte im Anschluss 1933/34 die Meisterschule bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. 1938 machte sich Nemecic als Architekt in Wien selbständig. Während des Zweiten Weltkrieges war er vor allem im Wohnungs- und Siedlungsbau tätig. Nach dem Krieg beteiligte er sich unter anderem am Wiederaufbau von Schloss Lichtenau bei Haslach (OÖ) und der Pfarrkirche Frauendorf (NÖ). 1958 wurde das Werkskasino Elise Strakosch in Hohenau (NÖ) samt Sport- und Erholungspark für die Arbeiter der Zuckerfabrik nach seinen Plänen realisiert.

Kurt Schimak - Der in Weinheim/Deutschland geborene Kurt Schimak (1921-1997) studierte ab 1939 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er allerdings durch den Kriegsdienst bedingt erst 1952 die zweite Staatsprüfung ablegen konnte. Kurt Schimak war zunächst im Planungsbüro der Wohnbaugesellschaft "Projektbau" tätig und ab 1956 als Konsulent der Handelsfirma ADEG, für die er zahlreiche Filialen und kleine Einkaufszentren in den Bundesländern ausführte. Für die Gemeinde Wien war er an den Plänen zu den Wohnhausanlagen Dr.-Natterer-Gasse 2-4 in Wien 2 (1967-1970) und Altmannsdorfer Straße 164-182 in Wien 23 (1961-1965) beteiligt. Zudem war Kurt Schimak Lehrer an der HTL Wiener Neustadt und Professor an der HTL Schellinggasse in Wien 1.

Rudolf Goder - Rudolf Goder (1901-1977) studierte von 1918 bis 1925 unter anderem bei Siegfried Theiß und Franz Krauß an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem das Wohnhaus Kollmayergasse 2-8 in Wien 12 (1950-1951) und zusammen mit Josef Angst den Paul-Richter-Hof in Wien 15 (Dadlergasse 1-3, 1956-1964).

Karl Kotal - Karl Kotal (1920-2005) studierte - durch den Kriegsdienst unterbrochen - an der Universität für Angewandte Kunst in Wien unter anderem bei Franz Schuster. Gemeinsam mit diesem sowie Roland Rainer, seiner Frau Herta Kotal und anderen engagierte sich der Architekt für die Initiative SW (= Soziale Wohnkultur).

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