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Vorgartenstraße 194

Fakten

Vorgartenstraße 194

Vorgartenstraße 194, 1020 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 18

Architekt: Edith Lassmann

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt am Rande des Stuwerviertels, das auf einem annähernd dreieckförmigen Areal von der Ausstellungsstraße, der Lassallestraße und der Donau begrenzt wird. Lange Zeit war ein Teil des heutigen Stuwerviertels aufgrund seiner Nähe zur damals noch unregulierten Donau Augebiet. Erst nach Abschluss der Donauregulierung 1875 setzte hier die städtebauliche Entwicklung ein. Benannt ist das Viertel nach der Familie von Johann Georg Stuwer (1732 - 1802), der ab 1774 populäre Kunstfeuerwerke in Wien abhielt. Seine Nachfahren waren bis 1879 im nahe gelegenen Prater als Feuerwerksveranstalter tätig.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage ist deutlich von der Straße zurückversetzt, unauffällig in die geschlossene und mit Vorgärten versehene Verbauung der Straße eingefügt. Über einer niedrigen Sockelzone erhebt sich die glatte Front der sechs Hauptgeschoße, die durch sechs gleichförmig angeordnete Fensterachsen strukturiert wird. Lediglich die Eingangsachse hebt sich durch die versetzten Stiegenhausfenster ab. Sie sind in einen flachen Erker gefasst, der auf zwei schlichten, den trichterförmig eingeschnittenen Eingang flankierenden Konsolen ruht. Links davon befindet sich ein Garagentor. An der Rückfront springt ein schmaler, der Eingangsachse gegenüber liegender Risalit vor. Die rechte äußerste Achse ist hier mit abgeschrägten Balkonen ausgestattet. Die Fenster sind wie an der Straßenfront mit dezenten Putzfaschen versehen.

Der Name

Die Vorgartenstraße hat ihren Namen seit 1903, weil die meisten der hier befindlichen Häuser gemäß der Wiener Bauordnung von 1893 einen kleinen Vorgarten haben.

Architekten

Edith Lassmann - Edith Lassmann (geb. Jurecka, 1920-2007) studierte ab 1938 an der TH Wien. Sie wurde vor allem als Kraftwerksarchitektin (z.B. Krafthaus Limberg, Kaprun) bekannt. In Wien war sie an der Planung von Schulen beteiligt sowie auch am Um- und Ausbau des ehemaligen Infektionspavillons des Karolinenspitals in Wien 9 in ein Heim mit Tageswerkstätte für behinderte Jugendliche. 1977 errichtete sie das Pensionistenwohnhaus Atzgersdorf in Wien 23.

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