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Sturgasse 3-5

Fakten

Sturgasse 3-5

Sturgasse 3-5, 1020 Wien

Baujahr: 1954-1956

Wohnungen: 173

Weitere Adressen

Wehlistraße 228, 1020 Wien

Engerthstraße 239, 1020 Wien

Lößlweg 2, 1020 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870-1875, gewann man etwas Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung gegeben, ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. Nahe der jetzigen Wohnanlage befanden sich früher etwa die Siemens Schuckert Werke, die um 1900 als die modernste Fabrik der Elektroindustrie galten. Das Grundstück, auf dem der Neubau steht, befand sich ehemals im Besitz des Donauregulierungsfonds, ging 1928 an das Land Niederösterreich über und wurde 1942 von der Stadt Wien erworben.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus mehreren, sechsgeschoßigen Baublöcken mit teilweise ausgebautem Dachgeschoß und Walmdächern. Ein paralleles oder rechtwinkeliges Zueinander bestimmt die Anordnung der Trakte. Zwischen den Wohneinheiten sind großzügige Freiflächen vorhanden, die als Grünzonen genutzt und gärtnerisch ausgestaltet sind. Die zur Straße geöffnete Anlage bricht mit der Wiener Tradition der intimen, geschlossenen Hofform. Wie schon in den 1920er- und 1930er-Jahren wurde versucht, durch konzentrierte Stapelung möglichst vieler Wohnungen ausgedehnte Zonen für den Erholungsbedarf zu schaffen. Die an der Sturgasse gelegene Front ist lateral durch Erker gegliedert, die über alle Stockwerke reichen. Zwei Achsen des Mittelteils sind durch Balkone akzentuiert. Der Putz der Fronten ist zweifärbig abgesetzt. Das Sienarot der Erdgeschoßzone setzt in der grauen Grundfarbe des Hauses einen markanten Akzent. Auf gliedernde Details wird bei diesem funktionalen Bauwerk ansonsten weitgehend verzichtet.

Der Name

Die Gasse, in der die Wohnhausanlage steht, ist nach Michael Stur (1840-1909) benannt. Der Namensgeber war als Bruder Eduard Provinzial der Barmherzigen Brüder.

Sanierung

von 2012 bis 2014

Bei der Sanierung der Wohnhausanlage wurde neben der Neudeckung des Daches auch die Erneuerung der Fenster und Türen vorgenommen und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt.
Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1988 bis 1991 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien.

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