Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Franz-Hochedlinger-Gasse 30-32

Fakten

Franz-Hochedlinger-Gasse 30-32

Franz-Hochedlinger-Gasse 30-32, 1020 Wien

Baujahr: 1953-1955

Wohnungen: 43

Architekt: Eduard Berger

Weitere Adressen

Floßgasse 16, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Umgebung des Gemeindebaus war lange Zeit kaum bewohnt, da sie aus einer Aulandschaft inmitten mehrerer Arme der Donau bestand und alljährlich von Hochwassern und Insekten geplagt wurde. Erst die Donauregulierung, die 1869 beschlossen wurde, verlieh dem Gebiet sein heutiges Aussehen und trug wesentlich zur Sicherheit bei. Das Grundstück, auf dem der Gemeindebau steht, wurde 1929 von der Stadt Wien erworben.

Die Architektur

Die sechsgeschoßige Wohnhausanlage besteht aus winkelig aneinander stoßenden Trakten, die in der Floßgasse eine durchgehende Front ausbilden und einen zur Franz-Hochedlinger-Gasse offenen, begrünten Hof umschließen. Der Gebäudekomplex steht im Norden frei und grenzt im Süden an ältere Häuser an. Um den Anschluss an den Altbau zu gewährleisten, ist der südliche Trakt in der Franz-Hochedlinger-Gasse abgetreppt. Entlang der versetzten Mauerabschnitte sind Balkone angebracht, die im zurücktretenden Abschnitt bis zum vierten Geschoß, im vorspringenden Teil bis zum fünften Stock reichen. Die architektonische Gliederung ist einfach gehalten und richtet sich primär nach funktionalen Belangen. Das Erdgeschoß wird durch einen grau verputzten Sockel charakterisiert, der sich von der weißen Grundfarbe des Gebäudes abhebt. Fallweise sind die Geschoße durch grün verputzte Bänder hervorgehoben, während in anderen Teilen der Fassade auf gliedernde Elemente verzichtet wird.

Der Name

Die Straße, in der das Wohnhaus steht, ehemals "Kleine Schiffgasse", ist seit 1919 nach Franz Hochedlinger (1833 - 1917) benannt. Der Namensgeber, Kaufmann und Hausbesitzer, stiftete eines seiner Häuser der Gemeinde Wien für wohltätige Zwecke.

Sanierung

von 1987 bis 1988

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987 und 1988 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 93.675 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Eduard Berger - Eduard Berger (geb. 1924) absolvierte zunächst die Höhere Technische Bundeslehranstalt für Hoch- und Tiefbau in der Schellinggasse, bevor er von 1945 bis 1949 an der Akademie der bildenden Künste Wien studierte, wo er die Meisterklasse von Lois Welzenbacher besuchte. Nach einigen Praxisjahren machte sich Berger 1954 als Architekt selbstständig. Er entwarf neben zahlreichen Wohnbauten unter anderem auch eine Sportanlage in Traiskirchen, eine Hotelanlage nahe dem Triebener Tauern und ein Ferienheim in Seewalchen am Attersee.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+