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Lassallestraße 24

Fakten

Lassallestraße 24

Lassallestraße 24, 1020 Wien

Baujahr: 1953-1954

Wohnungen: 37

Architekt: Leopold Tinhof

Weitere Adressen

Harkortstraße 2, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt am Rande des Stuwerviertels, das auf einem annähernd dreieckförmigen Areal von der Ausstellungsstraße, der Lassallestraße und der Donau begrenzt wird. Lange Zeit war ein Teil des heutigen Stuwerviertels aufgrund seiner Nähe zur damals noch unregulierten Donau Augebiet. Erst nach Abschluss der Donauregulierung 1875 setzte hier die städtebauliche Entwicklung ein. Benannt ist das Viertel nach der Familie von Johann Georg Stuwer (1732 - 1802), der ab 1774 populäre Kunstfeuerwerke in Wien abhielt. Seine Nachfahren waren bis 1879 im nahe gelegenen Prater als Feuerwerksveranstalter tätig.

Die Architektur

Die an der Ecke Lassallestraße/Harkortstraße liegende Wohnhausanlage wird durch zwei straßenseitig liegende Stiegenhäuser erschlossen. Das Erdgeschoß ist farblich und durch ein dezentes Gesims von den oberen Geschoßen abgesetzt und an der Lassallestraße als Geschäftszone ausgebildet. Den Stiegenhäusern wurden nachträglich wuchtige, polygonale Aufzugstürme vorgestellt, die das heutige Erscheinungsbild des Wohnhauses wesentlich bestimmen. Strukturiert werden die betont schlichten Fronten an der Lassallestraße durch eine, in der Harkortstraße durch zwei, leicht vor die Fassadenflucht gezogene Fensterachsen. Die Fenster sind ohne Rahmen scharf in die glatten Putzfronten eingeschnitten; lediglich eine Achse breiterer Fenster hebt sich ab. Ein heute von den Aufzugstürmen durchbrochenes Dachgesims schloss den Fassadenaufbau ursprünglich kompakt nach oben hin ab. Darüber setzen ein über drei Achsen reichender Dachausbau an der Lassallestraße und drei einzelne Dachgaupen in der Harkortstraße an, die neben den Aufzugstürmen die Dachlandschaft beleben. Die Hoffronten werden durch Achsen gleichmäßig angeordneter Fenster strukturiert. Lediglich die Eingangstür ist hier mit einer schlichten Rahmung versehen.

Der Name

Benannt wurde die ursprünglich als Schwimmschulallee, ab 1975 als Kronprinz-Rudolf-Straße und von 1934 bis 1956 als Reichsbrückenstraße bezeichnete Straße 1919 nach Ferdinand Lassalle (1825 - 1864). Lassalle war einer der Wortführer der frühen deutschen Arbeiterbewegung und Präsident der ersten sozialdemokratischen Parteiorganisationen im deutschen Sprachraum, aus der später die SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) hervorging. Lassalle starb 1864 an den Folgen einer Verletzung, die er sich während eines Duells mit einem früheren Verehrer seiner Geliebten zuzog.

Architekten

Leopold Tinhof - Leopold Tinhof (1919-2000) studierte ab 1947 bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sein Atelier hatte Leopold Tinhof in Eisenstadt, wo er vorwiegend tätig war. Für die Gemeinde Wien plante er in Arbeitsgemeinschaften unter anderem den Brunngraberhof in Wien 10, Arthaberplatz 12-15 (1957-1959), und den Franz-Glaserer-Hof in Wien 14, Hackinger Straße 30-36 (1963-1966). Zusammen mit Eduard Berger und Bruno Tinhofer entwarf Leopold Tinhof auch die Volkshochschule Favoriten, Arthaberplatz 18 (1960/61).

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