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Wehlistraße 309

Fakten

Wehlistraße 309

Wehlistraße 309, 1020 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 56

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870 - 1875, gewann man ein wenig Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung eröffnet - ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. Das Grundstück, auf dem das Wohnhaus steht, ging 1930 aus dem Besitz des Donauregulierungsfonds an die Stadt Wien über.

Die Architektur

Es handelt sich um eine monumentalisierende Eckverbauung, deren Hauptfassade an der Wehlistraße durch einen breit gelagerten, gegenüber den Flanken um ein Stockwerk erhöhten Mittelteil definiert wird. Spiegelgleich angeordnete Balkone, die sich in den beiden äußersten Achsen des zentralen Gebäudeteils befinden, unterstreichen die Gliederung. Das Haus weist eine erhöhte Erdgeschoßzone auf. Durchlaufende Gesimse, die verhältnismäßig stark vortreten und den massiven Charakter des Baus unterstreichen, akzentuieren die einzelnen Geschoße. Der strenge, symmetrische Aufbau wird durch die Eckloggien aufgelockert. Die Fronten des begrünten Hofes, an denen sich vereinzelt Balkone finden, sind durch turmartige Ausbauten im Bereich der Eingänge gekennzeichnet.

Der Name

Die Straße, in der das Wohnhaus steht, ist nach Sektionschef August Freiherr Ritter von Wehli benannt. Der Namensgeber war Vizepräsident der Donauregulierungskommission.

Sanierung

von 2010 bis 2014

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1995 bis 1998 diverse Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 1.059.700 Euro, davon konnten 362.458 Euro durch Förderungen gedeckt werden. Als weiterer Sanierungsschritt wird die Wohnhausanlage seit 2010 an das Netz der Fernwärme Wien angeschlossen.

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