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Volkertplatz 4

Fakten

Volkertplatz 4

Volkertplatz 4, 1020 Wien

Baujahr: 1887-1888

Wohnungen: 23

Architekt: Anton Lang

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Umgebung des heutigen Gemeindebaus war einst eine Befestigungsanlage zum Schutz der Donaubrücken, welche die Möglichkeit boten, Steuern und Maut einzuheben. Gegenüber der ehemaligen Tabormaut errichteten die Grafen Volckhra ein Gartenpalais, das nach mehrfachem Besitzerwechsel 1903 demoliert wurde. Seit der Zuschüttung des Fugbaches, der das Gelände durchkreuzte, setzte eine zunehmende Verbauung ein. Besonders der 1857 eröffnete Nordbahnhof prägte die Entwicklung des Gebietes bis zum Zweiten Weltkrieg. Das Wohnhaus, dessen historische Fassaden nicht mehr erhalten sind, wurde 1988 von der Stadt Wien erworben.

Die Architektur

Das vier Stockwerke umfassende Wohnhaus besteht aus zwei gegenüberliegenden, rechteckigen Bauteilen, die durch einen langgestreckten Trakt verbunden werden. Zu beiden Seiten der Längsachse befindet sich ein Innenhof, der an Nachbargebäude grenzt. Lediglich einer der parallel angelegten Blöcke weist eine Straßenfassade auf, während der andere verbaut ist. Die vom Volkertplatz aus sichtbare Front lässt die ehemalige Gliederung erahnen. Ein ausladendes Gesims setzt noch heute die erhöhte, einst rustizierte Sockelzone von den darüber befindlichen Stockwerken ab. Im Erdgeschoß befindet sich ein Geschäftsraum, der auf einen Umbau in den 1970er-Jahren zurückgeht. Die hochrechteckigen Fenster wurden im Hauptgeschoß ehemals durch einen Giebel bekrönt, während die Gliederung der oberen Geschoße einfacher gehalten war. Nichts ist vom Fassadenschmuck erhalten. Spätere Eingriffe, die u. a. die Aufteilung der Räume betrafen, führten zu einer Anpassung an zeitgemäße Standards der Wohnqualität.

Der Name

Der Platz, auf dem das Wohnhaus steht, ist nach den Grafen Volckhra benannt, die am Tabor ein Palais besaßen.

Sanierung

von 1994 bis 1995

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1994 und 1995 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Die Kosten beliefen sich auf 499.335 Euro, davon konnten 255.659 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Anton Lang - Anton Lang (1860-1940) besuchte die Baugewerbeschule in Wien und arbeitete ab 1880 als Bauzeichner in der Firma seines Stiefvaters Adolf Endl. 1885 erwarb er die Baumeisterkonzession und stieg nach dem Tod des Stiefvaters 1887 als Partner von Stadtbaumeister Josef Honus in das Bauunternehmen ein. Obwohl die Firma bis 1890 sehr erfolgreich gewesen war (rund 500 ausgeführte Bauten) führten finanzielle Schwierigkeiten zur Auflösung der Partnerschaft. Anton Lang gründete schließlich 1892 mit seiner Gattin Pauline seine eigene Baufirma, mit der er bis zum Ersten Weltkrieg vor allem Wohn- und Geschäftshäuser plante und ausführte, wie etwa die Wohnhäuser Piaristengasse 41 in Wien 8 (1893) und Praterstraße 66 in Wien 2 (1899). Sein Sohn Fritz Lang machte in Deutschland und in Amerika als Regisseur von Filmen wie "M - eine Stadt sucht einen Mörder" Karriere.

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