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Zirkusgasse 1

Fakten

Zirkusgasse 1

Zirkusgasse 1, 1020 Wien

Baujahr: 1817

Wohnungen: 6

Architekt: Matthias Mindl

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

In der Nähe des Gebäudes befand sich eine Synagoge, der "Türkische Tempel", die bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1938 den Alltag der unmittelbaren Umgebung prägte. 1941 wurde das Haus enteignet und 1948 an den rechtmäßigen Besitzer restituiert. Im Jahre 1968 wurde der Bau von der Stadt Wien erworben, die das denkmalgeschützte Haus 1973-1975 bei der Errichtung des anschließenden Gemeindebaus Zirkusgasse 3-7 in die Planung einbezog. Trotz einiger Eingriffe in die ursprüngliche Konstruktion ist die historische Fassade erhalten.

Die Architektur

Das Haus steht in enger Verbindung mit einer Wohnanlage aus den 1970er-Jahren, die rechts hinter die Baulinie zurückversetzt wurde. Die viergeschoßige, siebenachsige Fassade ist streng symmetrisch aufgebaut. Das Erdgeschoß ist genutet und von den darüber liegenden Stockwerken deutlich durch ein Gesims abgesetzt. Mittig kragt dieses in einen von Konsolen getragenen Balkon aus, der den ersten Stock als Piano Nobile (Beletage bzw. Hauptgeschoß) kennzeichnet. Wie Anfang des 19. Jahrhunderts üblich, weist dieses üppigeren Dekor auf, der in den darüber liegenden Geschoßen immer schlichter wird. Zwischen dem zweiten und dritten Stock wird die Fassade ebenfalls durch ein Gesims gegliedert. Der Dekor der zweiachsigen Seitenfassade ist mit dem der Hauptfassade identisch, während die Hoffassade schmucklos gehalten ist. Die Verbindung mit dem Neubau wird durch einen Durchgang, vier Loggien und eine Terrasse hergestellt.

Der Name

Die Straße, in der das Haus steht - die ehemalige Große Fuhrmanngasse -, ist seit 1862 nach dem 1853 für den Zirkus Renz errichteten Gebäude benannt, das 1945 durch eine Bombe vernichtet wurde.

Architekten

Matthias Mindl - Keine biografischen Daten vorhanden.

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