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Schüttelstraße 71

Fakten

Schüttelstraße 71

Schüttelstraße 71, 1020 Wien

Baujahr: 1911-1913

Wohnungen: 21

Architekt: Rudolf Reichelt

Weitere Adressen

Paffrathgasse 1, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Die Gegend, in der das Wohnhaus steht, war lange Zeit öde und verwahrlost, da sie aus einer Aulandschaft bestand, die alljährlich von Hochwassern geplagt wurde. Sein heutiges Gesicht bekam das Gebiet erst mit der Donauregulierung 1870-1875. Zu dieser Zeit entstanden neben Bädern Hotels, Cafés und andere wichtige Einrichtungen. Das Areal wurde zur beliebten Wohngegend. Das Grundstück, auf dem das Wohnhaus errichtet ist, befand sich zuerst in Privatbesitz. 1925 ging es an die Firma der Gebrüder Meisel über, wurde 1938 enteignet, 1941 restituiert und 1958 von der Stadt Wien erworben.

Die Architektur

Das vier Stockwerke umfassende Eckhaus befindet sich an der Kreuzung der Schüttelstraße mit der Pfaffrathgasse. Bis heute erhalten ist die Struktur des Baus. Der Biegung der Straße folgend, ist der Winkel des Gebäudes halbrund ausgebaut. Die Ecklösung wird durch einen halbrunden Erker, der vom zweiten Stock bis zum Dachgeschoß reicht, akzentuiert. An den Flanken wird die Rundung jeweils in zwei Segmenterkern aufgegriffen, die ab dem ersten Stock über drei Geschoße reichen. Das Erscheinungsbild ist durch schmale, die erhöhte Sockelzone durchbrechende Geschäftsfenster bestimmt. Dies geht, wie die hochrechteckige Form der Fenster in den Stockwerken, auf die ursprüngliche Planung zurück. Die Geschoße sind noch heute durch ein Gesims betont, während die reiche Jugendstilausschmückung nicht mehr erhalten ist. Die Hoffassade, die durch hochrechteckige Fenster bestimmt ist, war ursprünglich ebenfalls durch Zierelemente charakterisiert.

Der Name

Die Straße, in der das Wohnhaus steht, wurde schon im Mittelalter "Am Schüttel" genannt. Es handelt sich um eine von der Donau angeschüttete Landzunge, die sich zwischen dem Donaukanal und dem ehemaligen Fugbach befindet.

Architekten

Rudolf Reichelt - Der Baumeister Rudolf Reichelt errichtete zu Ende des 19. Jahrhunderts im Zuge der Stadterweiterungen mehrere Wohnhäuser in den Wiener Außenbezirken, wie etwa die Häuser Kreindlgasse 4 und 4A in Wien 19 (1892) und Schüttelstraße 71 in Wien 2 (1893). Er verstarb am 20.4.1911 in Wien (Geburtsdatum unbekannt).

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