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Untere Augartenstraße 1-3

Fakten

Untere Augartenstraße 1-3

Untere Augartenstraße 1-3, 1020 Wien

Baujahr: 1953-1954

Wohnungen: 106

Architekt: Karl Vodak sen., Alfred Chalusch

Weitere Adressen

Obere Donaustraße 45b, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Untere Augartenstraße befindet sich, wie der Name verrät, in unmittelbarer Nähe des Augartens. Das Gelände war bis ins 15. Jahrhundert unbewohnt, erst im 17. Jahrhundert wurde mit der baulichen und gärtnerischen Gestaltung des Augartens begonnen, Kaiser Joseph II. machte den Garten 1775 der Öffentlichkeit zugänglich. Durch die Donauregulierung in den 1870er-Jahren konnte den häufigen Überschwemmungen des Geländes entgegengewirkt werden. An der Stelle der heutigen Wohnhausanlage befanden sich mehrere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Bauten, die durch Kriegseinwirkung schwer beschädigt bzw. vernichtet wurden. Der Bauplatz wurde 1951 von der Stadt Wien erworben.

Die Architektur

Der Bau umfasst ein Eckhaus an der Kreuzung von Unterer Augartenstraße und Oberer Donaustraße sowie einen Hofblock. Die Gebäude weisen zwischen fünf und sieben Stockwerke auf, wobei das Eckhaus in der Unteren Augartenstraße durch eine versetzte Dachhöhe gekennzeichnet ist. In den niedrigeren Teilen befinden sich Dacherker. Die Fassade in der Unteren Augartenstraße ist ferner durch einen Erker über dem aus der Mitte gerückten Haupteingangsbereich charakterisiert. In der Sockelzone ist das Mauerwerk etwas zurückgesetzt. Das Erdgeschoß, das durch farbliche Differenzierung von den darüber befindlichen Stockwerken abgesetzt ist, wird durch Geschäftsfenster durchbrochen. Skulpturenschmuck, der in die Planung miteinbezogen wurde, betont die Ecke des Gebäudes. Die Hoffassaden sind durch turmartig aufragende Ausbauten gekennzeichnet, die mit jeweils vier Fensterachsen alternieren.

... und die Kunst

An der Ecke des Hauses befinden sich Natursteinreliefs von Gabriele Waldert, die zwischen 1955 und 1957 geschaffen wurden. Das Kunstwerk trägt den Titel "Der österreichische Arbeiter inmitten seines Lebenskreises". Das Werk versucht eine Gesamtschau des Lebens zu entwerfen, wobei der Schwerpunkt auf der Allgemeinheit der Aussage liegt.

Der Name

Die Straße, in der die Wohnhausanlage steht, ehemals "Neue Gasse", führt zum Augarten, worauf ihr Name zurückzuführen ist.

Sanierung

von 1988 bis 1989

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1988 und 1989 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 141.203 Euro, davon konnten 112.963 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Vodak sen. - Karl Vodak sen. (1914-2000) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule unter anderem bei Josef Hoffmann. Für die Gemeinde Wien entwarf er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften mehrere Bauwerke, wie unter anderem die Wohnhäuser Damböckgasse 3-5 in Wien 6 (mit Paul Ehrenzweig, 1957/58), Untere Augartenstraße 1-3 in Wien 2 (mit Alfred Chalusch, 1953/54) und Hausergasse 3-7 in Wien 10 (mit Rudolf Wawrik, 1956-1957). Die Wohnhausanlage Degengasse 7 in Wien 16 (1949/50) plante Vodak alleine.

Alfred Chalusch - Alfred Chalusch (1883-1957) besuchte die Meisterschule Otto Wagners an der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Dokumentation seines Werks ist nicht sehr umfangreich. 1924 gründete er mit Heinrich Schopper eine Bürogemeinschaft, in der bis 1930 vier Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien entstanden. Sein einziges nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenes Bauwerk ist die Wohnhausanlage in der Wehlistraße 40, Wien 20.

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