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Marinelligasse 10

Fakten

Marinelligasse 10

Marinelligasse 10, 1020 Wien

Baujahr: 1952-1956

Wohnungen: 47

Architekt: Alexander Kratky

Weitere Adressen

Alliiertenstraße 6, 1020 Wien

Hochstettergasse 5, 1020 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In der Nähe des Wohnhauses befand sich früher eine halbkreisförmig angelegte Befestigungsanlage zum Schutz der Donaubrücken. Mit dem Neubau der Donaubrücken - nach deren Zerstörung 1683 - wurden auch die Befestigungsanlagen verlegt. Die "Taborbrücken" boten Gelegenheit, Steuern und Maut einzuheben. Zu diesem Zweck wurde das heute noch erhaltene Mauthaus eingerichtet. Seit der Zuschüttung des Fugbaches, der die Gegend durchkreuzte, setzte eine zunehmende Verbauung ein. Vor allem der 1857 eröffnete Nordbahnhof prägte die Entwicklung des Gebietes bis zum Zweiten Weltkrieg.
Das Grundstück, auf dem der Neubau steht, wurde 1950 im Zuge einer Versteigerung von der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien erworben. 1951 ging es an die Stadt Wien über.

Die Architektur

Das Wohnhaus steht an der Kreuzung der Marinelligasse mit der Alliiertenstraße und der Hochstettergasse. Eine streng symmetrische Gliederung lässt die Fassade als geschlossene Einheit wirken. Zur Marinelligasse hin weist der vierachsige Mittelteil der Front im Erdgeschoß Geschäftsfenster auf, die sich über sechs Achsen erstrecken. Zweiachsige Seitenteile flankieren den zentralen Fassadenabschnitt. In der Sockelzone befinden sich seitlich der Geschäftsfenster hochrechteckige Eingangstüren. Die Mitte des Baus wird durch zwei Dachgaupen betont. Die Eingangsbereiche definieren die Front zur Marinelligasse als Hauptfassade. Die Seitenfassaden verfügen über einen dreiachsigen, durch hochrechteckige Fenster charakterisierten Mittelteil sowie einachsige Seitenteile mit quadratischen Fenstern. Die Gestaltung des Hofes richtet sich primär nach funktionellen Aspekten. Hochrechteckige Fenster bestimmen die hofseitigen Fronten.

Der Name

Die Marinelligasse wurde 1894 nach Karl Edler von Marinelli (1745-1803) benannt. Er war Dichter, Schauspieler und Gründer des Leopoldstädter Theaters.

Architekten

Alexander Kratky - Alexander Kratky (1900-1961) studierte zunächst von 1920 bis 1926 an der Technischen Hochschule Wien und wechselte im Anschluss an die Technische Hochschule Graz. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in größeren Architektengemeinschaften an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa an den Anlagen Spittelbreitengasse 23 in Wien 12 (1954/55) und Troststraße 8-16 in Wien 10 (1955-1957). Das Wohnhaus Marinelligasse 10 in Wien 2 (1952-1957) entwarf Kratky als eigenständige Arbeit.

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