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Aichholzgasse 52

Fakten

Aichholzgasse 52

Aichholzgasse 52, 1120 Wien

Baujahr: 1929-1930

Wohnungen: 0

Architekt: Karl Dirnhuber

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Badeanstaltgebäude wurde von Karl Dirnhuber als Anbau zu einer Zentralwäscherei konzipiert, wie die eingereichten Pläne zeigen. Gemeinsam sollten die beiden "Waschanstalten" den BewohnerInnen aller umliegenden Gemeindebauten die Hygiene erleichtern. Heute ist das ehemalige Brause- und Wannenbad zu einem Jugendzentrum mit Theaterräumen umgebaut, die Zentralwäscherei beherbergt einen Supermarkt und einen Waschsalon.

Die Architektur

Das Gebäude mit nahezu quadratischer Grundfläche schließt in der Aichholzgasse im Norden an einen Altbau an. Die Fassade ist für einen Nutzbau interessant gestaltet, wenn auch davon im Laufe der Zeit einiges verloren gegangen ist. So wurden beispielsweise bei der Adaptierung zum Jugendzentrum in den 1980er-Jahren die Balkone der Südseite und zwei Rundfenster entfernt und zwei Fenster im obersten Geschoß an der Gartenseite der Fassade wieder auf ihre ursprüngliche Größe von 1929-1930 verkleinert. Karl Dirnhuber hatte in dieser Fensterreihe ursprünglich nur quadratische Luken eingesetzt.

Alle Fensterreihen des Gebäudes werden durch durchlaufende Sohlbank- und Sturzgesimsbänder zu Zeilen zusammengefasst, die sich von der Straßenfassade bzw. von der Gartenfassade aus über die Gebäudeecken fortsetzen. Die Sohlbank- und Sturzgesimsbänder der ersten drei Geschoße enden an der Südfassade in zwei seichten pilasterartigen Mauervorlagen. Das Gebäude umfasst insgesamt vier Geschoße, die rötlich braune Farbgestaltung der Fassade und die Klinkerverkleidung der Eingangstür erinnern an zeitgleich errichtete Gebäude der 1930er-Jahre von Karl Dirnhuber.

Der Name

Die Aichholzgasse wurde nach dem Unternehmer und Kunstsammler Josef Miller von Aichholz (1797-1871) benannt, der 1852 auch Direktor der Österreichischen Nationalbank war.

Sanierung

von 1988 bis 1991

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1988 bis 1991 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1.216.035 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Dirnhuber - Karl Dirnhuber (geb. 1889, vermutlich 1944 in London gestorben) studierte an der Technischen Hochschule Wien u.a. bei Karl König und Max Fabiani. Von 1924 bis 1930 war er am Bau von fünf Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt. Sein wichtigstes Projekt in dieser Zeit war die Umgestaltung des Währinger Friedhofs zu einer Parkanlage. 1939 emigrierte Dirnhuber mit seiner Frau nach London.

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