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Sonnenfelsgasse 15

Fakten

Sonnenfelsgasse 15

Sonnenfelsgasse 15, 1010 Wien

Baujahr: 1635

Wohnungen: 10

Architekt: unbekannt unbekannt

Weitere Adressen

Schönlaterngasse 1, 1010 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem endgültigen Zurückdrängen des Osmanischen Reiches zu Ende des 17. Jahrhunderts konnte in Wien und seinen zerstörten Vorstädten mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Die stark einsetzende Bautätigkeit hatte eine Barockisierung des Stadtbildes zur Folge. Nur an wenigen der vor 1700 entstandenen Wohnhäuser sind noch Stilelemente der Gotik und der Renaissance zu erkennen. Die weitreichenden Reformen unter Joseph II. führten 1783 auch zur Modernisierung der Stadtverwaltung. Die Einführung der ersten Hausnummern (Konskriptionsnummern) sowie die Entwicklung der Kanalisation und Straßenreinigung fallen in diese Zeit. Die Auflassung zahlreicher Klöster und Friedhöfe schuf zudem neue Bauplätze.

Geschichte

Urkundlich erstmals erwähnt wurde ein Gebäude an dieser Stelle im Jahr 1411, dieses fiel jedoch Anfang des 17. Jahrhunderts einem Brand zum Opfer. Der Kaiserliche Diener und Äußere Rat Friedrich Höfler kaufte 1635 die Brandstätte und ließ das Haus neu aufbauen. 1659 gelangte es in den Besitz des kaiserlichen Hofbuchdruckers Matthäus Cosmerovius - er war der Herausgeber des "Wiener Blättl". Einem abgewiesenen Bauantrag zufolge hatte das Haus zu jener Zeit noch zwei Stockwerke. Erst im Jahr 1808 fügte der neue Besitzer, der griechische Handelsmann Anastasius Margarith, einen dritten Stock hinzu.
Mit Kaufvertrag vom 19. Mai 1908 wurde das Haus schließlich von der Gemeinde Wien erworben.

Die Architektur

Das Bürgerhaus in der Sonnenfelsgasse 15, das über lange Zeit im Erdgeschoß eine Buchdruckerei beherbergte, stammt im Baukern aus dem späten 16. bzw. anderen Dokumenten zufolge aus dem frühen 17. Jahrhundert und besitzt ein bemerkenswertes Renaissanceportal. Es wurde in den vergangenen Jahren material- und stilgetreu renoviert und mit einer Inschrift versehen, die Passanten auf das außergewöhnliche Eingangstor hinweist. Die Fenster der beiden ursprünglichen Wohngeschoße sind mit Gesimsen versehen. Im 3. Stock, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts ergänzt wurde, sind die Fenster einfach und ohne Gesimse in die Wand geschnitten. Die Fensterachsen wurden dabei jedoch beibehalten.

... und die Kunst

Das Bürgerhaus weist ein außergewöhnliches Renaissanceportal auf: Der Abschlussstein des Rundbogens ist mit einem Löwenkopf versehen; darüber wird ein Dreiecksgiebel angedeutet mit einem zentralen, jedoch leeren Wappenteil und flankierenden Voluten und Sternen. Den Eingangsbereich zieren zwei hintereinander geschaltete Kreuzgradgewölbe mit rundem Stuckabschluss im Grad-Kreuzungs-Punkt.
Alle drei Geschoße werden im Innenhof über Holzpawlatschen erschlossen.

Der Name

Zu Beginn des 12. Jahrhunderts bildete die Sonnenfelsgasse die nördliche Begrenzung des Marktplatzes jener Handelsvorstadt, die vor dem Ungartor lag und sich zwischen Wollzeile und Fleischmarkt erstreckte. Erst durch den Bau einer Häuserzeile in der Mitte des Platzes entstand die heutige Situation.
Die Gasse wurde 1862 nach dem österreichischen Freimaurer Joseph Freiherr von Sonnenfels (1733-1817) benannt. Er war Schriftsteller der Aufklärung und des Josephinismus sowie Professor der Politischen Wissenschaften. Besonders verdienstvoll und erfolgreich zeigte sich Sonnenfels in seinen Beiträgen zur Justiz- und Verwaltungsreform: Nachdem er sich in seiner Schrift "Über die Abschaffung der Tortur" (Zürich 1775) entschieden gegen die Folter ausgesprochen hatte, wurde diese 1776 in ganz Österreich tatsächlich abgeschafft. Im gleichen Jahr ließ Sonnenfels als Direktor der Illuminationsanstalt die öffentliche Beleuchtung der Stadt Wien mit Öllampen ausstatten. Unter Kaiserin Maria Theresia wurde er zum Rat und 1779 zum Wirklichen Hofrat bei der Geheimen böhmischen und österreichischen Hofkanzlei, zum Beisitzer der Studien- und Zensurkommission sowie 1810 zum Präsidenten der K. K. Akademie der bildenden Künste ernannt.

Prominente Bewohner

Ab 1659 war das Haus im Besitz des kaiserlichen Hofbuchdruckers Matthäus Cosmerovius. Er bewohnte mit seiner Familie die oberen Geschoße und richtete ebenerdig seine Druckerei ein, in der er das "Wiener Blättl" auflegte.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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