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Johannesgasse 4

Fakten

Johannesgasse 4

Johannesgasse 4, 1010 Wien

Baujahr: 1892

Wohnungen: 0

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Ein Gebäude wurde an dieser Stelle erstmals im 14. Jahrhundert genannt. Damals schien die Parzelle als "zu St. Anna gehörig" auf. Im Jahr 1771 stand hier eine Normal- und Realschule und ab 1840 das "Neue Elyseum", das im Besitz von Josef Daum war. Unter der Bauherrschaft des Wiener Kaufmännischen Vereins erfolgte 1892 der bis in die heutige Zeit erhaltene Neubau eines viergeschoßigen, gründerzeitlichen Mietshauses mit Salontheater im Erdgeschoß. Dieses Theater führte den Namen "Insel", in seinen Räumlichkeiten ist seit dem Jahr 1952 das "Metro-Kino" untergebracht.

Die Architektur

Das Gebäude zeigt eine vornehme späthistorische Schauseite mit barockisierender Ornamentik; der Sockel ist kräftig gebändert und weist hohe Rundbogenöffnungen auf. Die Fassade ist symmetrisch aufgebaut, wobei die äußersten Öffnungsachsen besonders hervorgehoben werden. Diese sind im Erdgeschoß als Eingänge gestaltet und werden durch tief herabgezogene Konsolen, flankierende Vasen und darüber liegende, vorgeschwungene Balkone zusätzlich betont. Man erkennt eine durch horizontale Gesimse akzentuierte, vertikale Drei-Zonen-Gliederung: zuunterst die Sockelzone mit hohen Eingangsbögen und kräftigem Steinschnitt; es folgt die zweigeschoßige Hauptzone mit vertikal zusammengefassten, reich gestalteten Fenstergruppen; den Abschluss bildet das vierte Geschoß, das so genannte Attikageschoß mit einer relativ einfachen Fensterreihung. Das Foyer des ehemaligen Theaters und jetzigen Metrokinos ist im Rokokostil ausgeführt, mit Holzverkleidungen, vergoldeten Gittern in den Bogenfüllungen und Rokoko-Deckenputz.

Der Name

Die Johannesgasse stellt eine direkte, gerade verlaufende Verbindung zwischen 1. und 3. Bezirk dar, wobei sie den Stadtpark an seiner südlichen Grenze tangiert. Benannt wurde sie nach der Kirche des Johannesordens "Zum Hl. Johannes, dem Täufer", welche sich in der Kärntner Straße befindet und auf den Malteserorden zurückzuführen ist. Dementsprechend wurde die Gasse früher auch als St.-Johannes-Straße bezeichnet.

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