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Vorgartenstraße 179

Fakten

Vorgartenstraße 179

Vorgartenstraße 179, 1020 Wien

Baujahr: 1896

Wohnungen: 15

Architekt: Karl Josef Rostock

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Teile des Areals um den Mexikoplatz waren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts noch Augebiet. Erst nach Abschluss der Donauregulierung 1875 und in Folge der 1873 im Gebiet des heutigen Messegeländes stattfindenden Weltausstellung wurde auch auf den Flächen entlang des Donauufers durch die Anlage der Vorgartenstraße, Engerthstraße und Wehlistraße eine Rasterverbauung konzipiert. Zugleich wurde von 1872 bis 1876 die erste Reichsbrücke errichtet und die Lassallestraße zum Praterstern angelegt. Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Baumeister Rudolf Reichelt für den damaligen Eigentümer Michael Hoffinger die Wohnhäuser in der Vorgartenstraße 179-181. Nach schwerer Beschädigung der Gebäude im Zweiten Weltkrieg ließ die Firma Spitz & Co diese 1954 wieder aufbauen und gleichzeitig das heute ebenfalls im Besitz der Gemeinde Wien befindliche Wohnhaus Mexikoplatz 25 errichten.

Die Architektur

Mit seinem Vorgarten ist das Wohnhaus in die vorgegebene Baulinie der Vorgartenstraße eingegliedert. Einst war die heute schlichte Fassade mit späthistoristischer Dekoration überzogen. Horizontale Nuten strukturierten die Fronten des Erdgeschoßes und des ersten Stockwerkes. Ein kräftiges Gesimsband trennte die darüber liegenden Geschoße ab. Die Fenster des zweiten Obergeschoßes waren mit Dreiecksgiebeln bekrönt und durch Wandvorlagen und Konsolen an die darüber liegenden Fenster angebunden. Auch die beiden Erker, die aus flachen, jeweils zwei Achsen umfassenden Risaliten herauswachsen, waren einst reich verziert. Der Dekor wurde allerdings im Zuge des Wiederaufbaus - wie bei den meisten beschädigten Häusern der Außenbezirke - nicht rekonstruiert. Die Fassade ist von der niedrigen Sockelzone bis zum Dachansatz glatt hochgezogen. Die schmalen, hohen Fenster sind ohne jede Rahmung scharf eingeschnitten. Markante Kranzgesimse akzentuieren die beiden Erker und unterstreichen - ebenso wie das durchgezogene Dachgesims - den kompakten, schlichten Fassadenaufbau. Das Wohnhaus besitzt heute auch keinen eigenen Eingang mehr. Dieser befand sich ursprünglich unter den beiden äußeren rechten Fensterachsen. Der Zutritt erfolgt nun durch das zeitgleich errichtete Nachbarhaus Nr. 181.

Der Name

Der Name der Vorgartenstraße (seit 1903) geht darauf zurück, dass die meisten der hier befindlichen Häuser gemäß der Wiener Bauordnung von 1893 einen kleinen Vorgarten haben.

Sanierung

von 1988 bis 1990

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1988 bis 1990 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 478.260 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Karl Josef Rostock - Über die Ausbildung des Architekten und Stadtbaumeisters Karl Josef Rostock (1875-1916) gibt es keine Informationen. In Wien errichtete er unter anderem die Wohnhäuser Vorgartenstraße 179 und 181 in Wien 2 (1896) und Lazarettgasse 12 in Wien 9 (1900).

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