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Mexikoplatz 26

Fakten

Mexikoplatz 26

Mexikoplatz 26, 1020 Wien

Baujahr: 1893-1893

Wohnungen: 12

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Durch die latente Hochwassergefahr war eine Besiedelung der Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, über Jahrhunderte hinweg unmöglich. Erst mit der Donauregulierung, 1870-1875, gewann man etwas Kontrolle über den Strom. Damit war die Möglichkeit zur Industrialisierung gegeben, ein für die wirtschaftliche Entfaltung der Donaumonarchie höchst bedeutsamer Faktor. Bedingt durch die kurze Entstehungszeit des Wohnviertels, besitzt dieses eine relativ einheitliche und unverwechselbare Charakteristik. Das Grundstück, auf dem der Altbau steht, ging 1975 an die Stadt Wien über. Das Wohnhaus wurde während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt und im Zuge des Wiederaufbaus in den 1950er-Jahren instand gesetzt.

Die Architektur

Die durch Kriegseinwirkung in Mitleidenschaft gezogene Straßenfassade des fünfgeschoßigen Wohnhauses ist dank des Wiederaufbaus noch heute in ihren strukturellen Eigenheiten erhalten. Das Gebäude wird im Mittelteil symmetrisch durch zwei Erker mit Balkonen gegliedert, die sich vom zweiten bis zum dritten Stock erstrecken und jeweils mit zwei Fensterachsen alternieren. Der durch einen Bogen abgeschlossene Eingangsbereich ist in den linken Bereich der zweiachsigen Flanken gerückt. Rundbogenförmig abgeschlossene Fenster charakterisieren die Erdgeschoßzone, während die Fenster in den Stockwerken hochrechteckiges Format aufweisen. Noch heute wird das Erdgeschoß von den darüber befindlichen Geschoßen durch ein Gesims abgesetzt. Zwischen dem Piano Nobile und dem zweiten Stock setzte einst ein weiteres Gesims eine Zäsur. Nicht mehr erhalten ist die reiche Ausschmückung des Gebäudes, bestehend etwa aus Fenstereinfassungen und Bekrönungen oder Wandvorlagen, welche die Erker gliederten und umrahmten. Heute sind die Fenster der oberen Stockwerke durch einfache Steinrahmungen und Gesimse paarweise zusammengefasst. Die einst gebänderte Fassade ist glatt verputzt. Die Hoffassade weist weit vorkragende, risalitartige Ausbauten auf, in deren Achsen sich die Eingänge befinden.

Der Name

Der Platz, auf dem das Wohnhaus steht, ist nach dem Staat Mexiko benannt. Der Grund hierfür ist, dass Mexiko der einzige Staat war, der 1938 formell gegen die Besetzung Österreichs durch Deutschland protestierte. Bis 1884 wurde der Platz nach der in der Nähe befindlichen Schwimmschule "Schwimmschulmais" bezeichnet, 1884-1919 Erzherzog-Karl-Platz, nach dem Sieger von Aspern, 1919-1934 Volkswehrplatz, nach der 1918 zum Schutz Österreichs gebildeten Volkswehr, danach wieder Erzherzog-Karl-Platz.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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