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Blumauergasse 24

Fakten

Blumauergasse 24

Blumauergasse 24, 1020 Wien

Baujahr: 1965-1967

Wohnungen: 14

Architekt: Wilhelm Cermak

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Das Areal, auf dem der Gemeindebau errichtet wurde, war lange Zeit kaum bewohnt. Die Aulandschaft inmitten mehrerer Arme der Donau wurde alljährlich von Hochwassern überflutet. Erst nach der Regulierung der Donau wurde das Gebiet sukzessive als Bauland erschlossen. Noch im 18. Jahrhundert gab es in der Blumauergasse Grünflächen und Gärten. Der drei Stockwerke hohe Vorgängerbau des Hauses wurde 1878 errichtet. Im Jahr 1963 ging der Baugrund in den Besitz der Stadt Wien über.

Die Architektur

Das Wohnhaus schließt eine Baulücke zwischen zwei älteren Gebäuden. Das sechsgeschoßige Haus passt sich mit seinem flachen Giebeldach harmonisch den Dimensionen des Altbaubestandes an. Primär nach funktionalen Belangen ausgerichtet, ist die Gliederung des Gemeindebaus einfach gehalten. Eine Nut setzt die Sockelzone, welche durch Geschäftsfenster und einen Garageneingang durchbrochen wird, von den darüber liegenden Geschoßen ab. Das helle Grau des Erdgeschoßes stößt an die dunkelgraue Grundfarbe der Fassade. Der verglaste Eingangsbereich wird rechts von drei, links von vier Fensterachsen flankiert. Über dem Eingang bilden rechteckige Fenster eine durch zwei vertikale Nuten begrenzte Achse aus, die von einem Dachaufbau bekrönt wird. Im Hof schließt ein kleiner, aus rechteckigen Blöcken bestehender, eingeschoßiger Zubau mit Flachdach an das Hauptgebäude an.

Der Name

Die Blumauergasse ist seit 1874 nach Alois Blumauer (1755-1798) benannt. Der Namensgeber schrieb witzige Gedichte und Balladen, darunter eine politisch kritische Travestie der "Aeneis" von Vergil.

Architekten

Wilhelm Cermak - Wilhelm Cermak (1920-2005) studierte von 1936 bis 1944 Keramik, Bildhauerei und Architektur bei Oswald Haerdtl an der Hochschule für angewandte Kunst, wo er später auch selbst unterrichtete. Bevor er sich 1951 als Architekt selbständig machte, war er mehrere Jahre lang Bauleiter im Büro von Oswald Haerdtl. Zu seinen Bauwerken zählen unter anderem das Gemeindewohnhaus Blumauergasse 24 in Wien 2 (1965-1967) und die zusammen mit Rudolf Pamlitschka und Karl Schwanzer entworfene Wohnhausanlage Markhofgasse 12-18 in Wien 3 (1954-1956).

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