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Gredlerstraße 7

Fakten

Gredlerstraße 7

Gredlerstraße 7, 1020 Wien

Baujahr: 1959-1961

Wohnungen: 92

Architekt: Hans Pfann

Weitere Adressen

Negerlegasse 6, 1020 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Umgebung des Wohnhauses war bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts öde und verwahrlost. Man befürchtete damals einen Überfall der Türken von der Wasserseite aus, wodurch die Bewohner des "Oberen Falls" (heute Obere Donaustraße) der größten Gefahr ausgesetzt gewesen wären. Erst viel später wurde das Gelände sukzessive erschlossen, das erste Haus in der Negerlegasse wurde erst nach 1841 erbaut. Das Grundstück, auf dem der Gemeindebau steht, ging 1941 aus dem Besitz der Firma Schöller an die Stadt Wien über. Der 1844 errichtete Vorgängerbau wurde im Zweiten Weltkrieg durch eine Bombe zerstört.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage umfasst ein sechsstöckiges Gebäude an der Gredlerstaße, einen vierstöckigen Trakt an der Negerlegasse und dazwischen einen fünfstöckigen Teil entlang der Schoellerhofgasse. Einem Trend der Zeit entsprechend folgt der architektonische Aufbau primär funktionalen Belangen. Gliedernde Elemente sind äußerst sparsam eingesetzt. In der Gredlerstaße und in der Schoellerhofgasse ist das Erdgeschoß von den darüber befindlichen Stockwerken durch farbliche Differenzierung abgesetzt. Die Gestaltung der Fronten ist mit dem in der Negerlegasse angrenzenden Neubau abgestimmt. Hochformatige Fenster, durch die die Fassade hauptsächlich charakterisiert wird, setzen sich im Nachbarhaus fort. Entlang der Schoellerhofgasse wechseln die Fenster mit Balkonen, die jeweils in einer Achse liegen. In der Gredlerstraße, wo der Bau einen stumpfen Winkel ausbildet, ist die Fassade durch aufwändigere Gestaltung der Sockelzone gekennzeichnet. Schwarz verflieste Mauerabschnitte alternieren mit etwas zurückgesetzten Geschäftsfenstern, die von einer vorkragenden Steinrahmung umgeben sind. Ab dem zweiten Obergeschoß finden sich fallweise französische Fenster in einer Achse. Die Hoffassaden sind weitgehend durch querformatige Fenster bestimmt. Ein farblich differenzierter Sockel definiert das Erdgeschoß.

Der Name

Die Straße, in der die Wohnhausanlage steht, ist nach dem Rechtsanwalt Andreas Freiherr von Gredler (1802 - 1870) benannt. Der Namensgeber organisierte vor allem 1866 patriotische Aktionen, Kundgebungen und Versammlungen.

Architekten

Hans Pfann - Hans Pfann (1890-1973), Schwiegersohn von Friedrich Ohmann, studierte ab 1908 an der Technischen Hochschule Wien (u. a. bei Max Fabiani), wo er 1924 promovierte. Bereits ab 1924 bis in die 1960er-Jahre plante er Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien und private Wohnhäuser. Zusätzlich war er vor allem als Innenausstatter, wie etwa bei der Umgestaltung des Spielcasinos Baden (1937/38), und als Gartenarchitekt tätig. Bis 1961 hatte er eine Professur an der TU Wien inne.

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