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Malzgasse 3

Fakten

Malzgasse 3

Malzgasse 3, 1020 Wien

Baujahr: 1848-1848

Wohnungen: 19

Architekt: Alois Hildwein

Weitere Adressen

Miesbachgasse 4, 1020 Wien

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Im Bereich der heutigen Malzgasse und Miesbachgasse stand seit 1536 ein Bräuhaus. Nach dessen Demolierung im Jahr 1846 wurde das Grundstück samt den anschließenden, bis zur Nestroygasse reichenden Grünflächen parzelliert und darauf die Miesbachgasse und die Adambergergasse angelegt. Geprägt wird das Viertel von durchwegs viergeschoßigen Zinshäusern, die hier im Zuge der Stadterweiterung um 1850 errichtet wurden. 1990 wurde die Wohnhausanlage durch die Architekten Peter Gebhart und Peter Zauchenberger revitalisiert. Dabei wurde unter anderem das Dach ausgebaut und Aufzüge wurden installiert.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus zwei, je vier Hauptgeschoße umfassenden Gebäuden. Sie sind in die geschlossene Verbauung der Malzgasse bzw. der Miesbachgasse eingegliedert und über zwei im gemeinsamen Innenhof liegende Stiegenhäuser miteinander verbunden. Die Fassadengestaltung ist eher schlicht gehalten und damit charakteristisch für die im Zuge der Stadterweiterung um 1850 entstandenen Zinshäuser in den Außenbezirken.
Die Front an der Malzgasse erstreckt sich über elf Fensterachsen, von denen die Eingangsachse etwas abgesetzt ist. Ein markantes Gesimsband trennt das schmucklose Erdgeschoß von den oberen Stockwerken. Die Fenster des ersten Obergeschoßes sind mit einem schlichten Gebälk versehen, während die des zweiten Obergeschoßes durch Dreiecksgiebel und Zierkonsolen an den Fensterbänken besonders hervorgehoben werden. Das dritte Stockwerk ist wiederum nur mit einfachen Rahmungen ausgestattet. Über dem verzierten Dachgesims befinden sich - in zwei Gruppen angeordnet - die Gauben des nachträglich ausgebauten Dachgeschoßes.

Die etwas schmälere Front an der Miesbachgasse präsentiert sich mit neun Fensterachsen. Hier kommt das gleiche Formenvokabular zur Anwendung. Zusätzliche Blumengirlanden an den Fensterbrüstungen des ersten Obergeschoßes lassen jedoch die strenge Gliederung etwas weicher erscheinen.

Der Name

Die Malzgasse erhielt ihren heutigen Namen im Jahr 1862. Davor hieß sie Bräuhausgasse, nach einem hier von 1536 bis 1846 stehenden Bräuhaus.

Sanierung

von 1989 bis 1992

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1989 bis 1992 einer Totalsanierung unterzogen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2.031.206 Euro, davon konnten 1.267.500 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alois Hildwein - Baumeister Alois Hildwein (1789-1828) war der Sohn des bekannten Baumeisters Adam Hildwein (1759-1833), der schon seit 1789 in Wien als Baumeister konzessioniert war und nach dem frühen Ableben seines Sohnes dessen Gewerbe weiterführte. In den Wiener Vorstädten prägten Vater und Sohn durch zahlreiche Wohnhausbauten, die neben dezenten Fassadengliederungen meist halbrunde Wandfelder mit Reliefs oder Ornamenten über den Fenstern aufweisen, das Biedermeierbild ganzer Viertel. Zwischen 1823 und 1827 schuf Alois Hildwein 26 Neu- und Umbauten. Zu seinen Werken zählen unter anderem das Wiener Schottenstift sowie die Wohnhäuser in der heutigen Schottenfeldgasse 67 in Wien 7 (damalige Feldgasse 248) und in der Ziegelofengasse 17 in Wien 5 (damalige Piaristengasse). Seine Witwe Magdalena Hildwein führte das Unternehmen noch bis nach 1850 weiter.

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