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Leopold-Mayrhofer-Hof

Fakten

Leopold-Mayrhofer-Hof

Steckhovengasse 20, 1130 Wien

Baujahr: 1957-1959

Wohnungen: 48

Architekt: Franz Zajicek

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Zwischen der Steckhovengasse und der Braunschweiggasse befanden sich im 19. Jahrhundert die Liegenschaften des Naturforschers und Gründers der Gartenbaugesellschaft Carl Alexander Freiherr von Hügel (1795-1870). Er sammelte auf seinen Reisen unter anderem Rhododendren und Orchideen und züchtete sie in seinen Gärten in Hietzing. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gelände parzelliert und nach und nach verbaut.

Die Architektur

Die dreigeschoßige Wohnhausanlage liegt an der Steckhovengasse und umfasst insgesamt fünf Stiegen, die auf drei autonome Bauteile aufgeteilt sind. Der erste Wohntrakt erstreckt sich über sechs Achsen und liegt direkt an der Steckhovengasse. Dahinter befinden sich zwei weitere Wohnblöcke, die parallel zueinander liegen. Jeder der beiden hinteren Wohntrakte besteht aus zwei versetzt aneinandergekuppelten Bauteilen und beherbergt jeweils zwei Stiegen. Der Zugang zu den Stiegenhäusern und zum gemeinsamen Innenhof erfolgt seitlich am vorderen Bauteil. Zwischen den Wohnbauten gibt es mehrere Sitzmöglichkeiten, einen Spielplatz und eine Parkfläche für die Bewohnerinnen und Bewohner. Die Anlage ist schlicht gestaltet, einziges Gliederungselement sind die regelmäßigen Fensterachsen. Die Öffnungen sind ohne Rahmen knapp in die glatte Wandfläche eingeschnitten. Der zweite Wohnblock ist an der westseitigen Fassade mit Balkonen ausgestattet, Giebeldächer ergänzen den einheitlichen Eindruck.

Der Name

Die Wohnhausanlage ist nach dem Sozialdemokraten Leopold Mayrhofer (1924-2000) benannt. Eine Gedenktafel an der Steckhovengasse erinnert an den ersten Vorsitzenden des Wiener Gemeinderates und Mitglied des Wiener Landtages.

Architekten

Franz Zajicek - Franz Zajicek (1912-2006) absolvierte zunächst eine Ausbildung zum technischen Zeichner im Atelier des Architekten Michael Mucha, bevor er 1933/34 an der Wiener Kunstgewerbeschule die Klasse für Bühnenbild und Inneneinrichtung von Oskar Strnad besuchte. Nach dem Studium machte er sich als Architekt selbständig, wobei er zu Beginn vor allem Ordinationen und Geschäftslokale einrichtete. Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann er die Ausschreibung für die Umspannwerke der Gemeinde Wien, für deren Bau er ab 1955 verantwortlich war. Bereits 1945 war Franz Zajicek nach Wieselburg in NÖ gezogen, wo er später verschiedenste Bauaufgaben ausführte, unter anderem auch in Melk. Sein letzter großer Auftrag, bevor er 1982 in Pension ging, war die Planung und Realisierung der Hochbauten der Wiener Hauptkläranlage in Kaiserebersdorf (Wien 11, 1968).

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