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Appel-Hof

Fakten

Appel-Hof

Prager Straße 43-47, 1210 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 160

Architekt: Erich Franz Leischner

Weitere Adressen

Morsegasse 3, 1210 Wien

Voltagasse 44, 1210 Wien

Deublergasse 10-14, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Von 1922 bis zum Baubeginn der Wohnhausanlage im Jahr 1931 stand an der Prager Straße eine hölzerne Verkaufshütte, die schließlich im Zuge der Bauarbeiten abgebrochen wurde. Der Innenhof befindet sich auf der so genannten "Kleinen Pollack Wiese", benannt nach der damals in unmittelbarer Nähe gelegenen Baumwollfärberei Pollack & Söhne. Während der Februarunruhen im Jahr 1934 spielte der Appel-Hof keine bedeutende Rolle.

Die Architektur

Die in sich geschlossene, lediglich zur östlich gelegenen Prager Straße hin geöffnete Hofanlage wird durch die Morsegasse, die Deublergasse sowie im Norden durch die Voltagasse begrenzt. Der viergeschoßige, unterkellerte Wohnhof umfasst insgesamt 13 Stiegenhäuser, die alle vom Innenhof aus erschlossen werden. Die grau verputzen Wohngeschoße erheben sich über einem etwa einen Meter hohen Sockel. Ein überbauter, 1,5 Meter breiter Durchgang verbindet die westlich angrenzende Morsegasse mit dem Innenhof. Diese Verbindung wird als axialer Weg im Hof bis zur Prager Straße fortgesetzt. Auf einer Länge von 16 Metern öffnet sich der Innenhof zur Prager Straße, lediglich ein Zaun grenzt den Wohnhof zum öffentlichen Bereich ab. Ursprünglich war als Abgrenzung ein zentral liegender Pavillon mit beidseitig anschließenden Pergolen als Einfahrtsportale vorgesehen. Die kaum gegliederten, langen Fassaden lassen die Wohnhausanlage monoton erscheinen, was typisch für die letzten Gemeindebauten des Roten Wiens ist. Lediglich die östliche Fassade an der Morsegasse ist durch fünf Risalite, die 35 cm vorspringen, sowie durch punktuell vorgelagerte Balkone strukturiert.

Der Name

Alois Appel wurde am 11. 6. 1872 geboren. Der gelernte Metallarbeiter war Obmann des Verbandes der Arbeitervereine in Floridsdorf. Im Jahr 1911 gründete er den Verein der Kinderfreunde Wien und übte jahrelang die Funktion des Obmanns aus. Appel verstarb am 23. 10. 1946 74-jährig in Wien.

Sanierung

von 1995 bis 1995

Die Sanierung des Appel-Hofes erfolgte 1995. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 1.440.884 Euro, davon konnten 234.021 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Erich Franz Leischner - Erich Franz Leischner (1887-1970) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien, u. a. bei Carl König. Bereits ab 1911 bis zu seiner Pensionierung 1949 war er für das Wiener Stadtbauamt tätig. Für das Rote Wien erbaute er neben zahlreichen Wohnhausanlagen unter anderem auch das Kongressbad (1928). In den 1930er-Jahren wurde nach seinem Konzept (gemeinsam mit Alfred Fetzmann) die Höhenstraße angelegt. Ab 1949 war er als selbständiger Architekt tätig. In dieser Zeit entstanden unter anderem die Rotundenbrücke (1953-1955) und die Salztorbrücke (1960-1961) nach seinen Entwürfen.

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