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Otto-Haas-Hof

Fakten

Otto-Haas-Hof

Winarskystraße 16-20, 1200 Wien

Baujahr: 1924-1926

Wohnungen: 264

Weitere Adressen

Hellwagstraße 17, 1200 Wien

Durchlaufstraße 19, 1200 Wien

Pasettistraße 47-61, 1200 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde ab 1924 in Zusammenarbeit mehrerer Architekten errichtet und bildet gemeinsam mit dem benachbarten, gleichzeitig konzipierten Winarsky-Hof eine städtebauliche Einheit. Die Infrastruktur der gesamten Anlage umfasste ursprünglich Geschäftslokale, eine Bücherei, Werkstätten, Ateliers, einen Kindergarten und eine zentrale Badeanstalt.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Wohnhausanlage liegt auf einem dreieckigen Grundstück zwischen der Winarskystraße, der Pasettistraße und der Durchlaufstraße. Der Wohnbau ist als dreiseitiger, geschlossener Block konzipiert, der Haupteingang befindet sich in der Winarskystraße. Neben dem großzügigen Durchgang führen zwei weitere Eingänge in den Innenhof und zu den einzelnen Stiegen. Auffallend ist die schlichte Ausführung der Anlage, die auf dekorative Elemente verzichtet und stattdessen die Gesamtwirkung in den Vordergrund stellt.

Die glatten Fassaden der Trakte gliedern sich in regelmäßige Fensterachsen und vermitteln dadurch einen ruhigen und ausgeglichenen Eindruck. Eine Besonderheit stellt die Eckpartie im Norden dar, die sich als Kontrast zur einfachen Wandfläche präsentiert. Loggien und Erker sowie bandartig wirkende Gesimspaare lösen glatte Flächen ab und dynamisieren den Wohnbau. Adolf Loos verzichtete auf schmückende Details und konzentrierte sich auf eine zurückhaltende Gliederung. Nachdem er mit allerdings seiner Idee eines Terrassenhauses auf Ablehnung stieß, zog er sich von der Planung zurück.

Der Name

Die Wohnhausanlage wurde 1950 nach Dr. Johann Otto Haas (1906-1944) benannt, der mit seiner Mutter und seinen Geschwistern dort lebte. Er besuchte die Lehrerbildungsanstalt, wurde Erzieher bei den Kinderfreunden und den Roten Falken und erhielt 1928 eine Anstellung als Lehrer in Floridsdorf. Nach dem Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Februar 1934 engagierte er sich für die Opfer der Februarkämpfe und arbeitete mit der "Gesellschaft der Freunde" - den Quäkern - zusammen. In dieser Zeit schloss er sein Geschichtsstudium ab und baute während der NS-Zeit die Organisation der Revolutionären Sozialisten auf. Haas wurde 1942 verhaftet und zwei Jahre später in Wien hingerichtet. Zwei Gedenktafeln zu Ehren von Dr. Otto Haas erinnern an sein Engagement und sein Schicksal.

Sanierung

von 1988 bis 1990

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1988 bis 1990 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 266.564 Euro, davon konnten 213.251 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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