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Professor-Jodl-Hof

Fakten

Professor-Jodl-Hof

Döblinger Gürtel 21-23, 1190 Wien

Baujahr: 1925-1926

Wohnungen: 228

Weitere Adressen

Sommergasse 7, 1190 Wien

Guneschgasse 10-12, 1190 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die Wohnhausanlage erstreckt sich entlang des Gürtels, welcher anstelle des bereits ab 1704 errichteten Linienwalls angelegt wurde. Dabei handelte es sich um einen Erdwall mit vorgelagertem Graben, der die Stadt vor feindlichen Angriffen schützen sollte. Nach der Eingemeindung der Vororte wurde der Linienwall ab 1894 demoliert und mit dem Bau der Stadtbahn (heute Linie U6) begonnen. Ein Rest der einstigen Wehranlage ist noch heute an der Rückseite der Anlage zu sehen.

Die Architektur

Der durch eine stark expressionistische Architektursprache gekennzeichnete Hof setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem langgezogenen, geschwungenen, fünfgeschoßigen Teil, der parallel zur Pantzergasse verläuft und sechsgeschoßig um die Ecke in die Sommergasse und die Guneschgasse reicht, sowie einem gegenüberliegenden, U-förmigen Block. Miteinander verbunden sind die beiden Teile durch zwei auf Pfeilern ruhende Trakte, die einen gemeinsamen Innenhof umschließen. Der lange Trakt ist straßenseitig im Erdgeschoßbereich in klinkerverkleidete Kolonnaden (Säulengänge) aufgebrochen, in denen früher Lokale untergebracht waren. Die an sich glatte Fassade wird durch zahlreiche Vor- und Rücksprünge gegliedert, wobei spitzwinkelig gebrochene Risalite besondere Akzente setzen. Stark vorkragende Gesimse sowie Variationen von Balkonen und Loggien lockern die massive Architektur zusätzlich auf.

Der Name

Im Innenhof erinnert ein Porträtmedaillon an Prof. Dr. Friedrich Jodl (1849-1914). Er war ab 1896 Professor der Philosophie an der Universität Wien. Neben seiner universitären Tätigkeit engagierte er sich im Bereich der Volksbildung und übernahm von 1889 bis 1910 die Leitung des Wiener Volksbildungsvereins.

Sanierung

von 1994 bis 1997

Im Professor-Jodl-Hof wurde in den Jahren 1994 bis 1997 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen. Der Einbau der Aufzüge erfolgte bereits 1987/88. Die Kosten beliefen sich auf 8.316.225 Euro, davon konnten 6.869.819 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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