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Ernst-Karl-Winter-Hof

Fakten

Ernst-Karl-Winter-Hof

Thimiggasse 63-69, 1180 Wien

Baujahr: 1952-1955

Wohnungen: 163

Architekt: Friedrich Euler, Herbert Thurner

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das bis dahin unverbaute und als Gärten bzw. Äcker genutzte, extrem steile Gelände wurde Anfang der 1950er-Jahre mit einer städtischen Wohnhausanlage verbaut, die nunmehr auch Menschen, für die dies bis dahin unerreichbar schien, das Wohnen in Grünruhelage ermöglichte. Im Erdgeschoß der Stiege 15 befinden sich Räumlichkeiten des Stadtgartenamtes.

Die Architektur

Die Anlage wurde in ein parkartiges Gelände gesetzt und besteht aus insgesamt zwölf zwei- bis dreigeschoßigen Gebäuden: Vier Häuser, die jeweils zwei Stiegen umfassen, stehen mit ihren Schmalseiten direkt zur Thimiggasse und verfügen über vier Geschoße, während drei kleinere Bauten mit jeweils einer Stiege etwas zurückgesetzt sind. Hinter dieser Häuserzeile verläuft parallel zur Thimiggasse ein Promenadenweg, der die verlängerte Schindlergasse mit der Möhnergasse verbindet, und von dem aus alle Häuser, teils über Freitreppen, zugänglich sind. Von den am höchsten gelegenen Gebäuden kann man in die städtische Wohnhausanlage Wien 18, Czartoryskigasse 62-68, gelangen. An den Fassaden der Häuser sind die meist mittig angelegten Stiegenhäuser dadurch erkennbar, dass ihre Fenster höhenversetzt zu denen der Wohnungen ausgeführt wurden. Besonders betont sind die Hauseingänge durch eine doppelte Türumrahmung: Die Sockel der Häuser sind grob verputzt; diese Gestaltung steigt bei den Haustoren an und verläuft um sie herum. Vor den Türen stehen Gerüste für Kletterpflanzen, wodurch eine zweite, natürliche Türumrahmung hergestellt wurde.

... und die Kunst

Die Mosaikstele mit dem Motiv "Menschen und Tiere" schuf Arnulf Neuwirth. Von Willi Bahner wurde die Beschriftung der gesamten Wohnhausanlage entworfen.

Der Name

Die Anlage wurde nach dem österreichischen Soziologen und Politiker Ernst Karl Winter (1895-1959) benannt, der insbesondere in der 1. Republik für eine Aussöhnung zwischen Christlichsozialen und Sozialdemokraten eintrat. An ihn erinnert eine Gedenktafel im Vorgarten zur Thimiggasse.

Architekten

Friedrich Euler - Friedrich Euler (1898-1983) studierte zunächst an der Technischen Hochschule Wien, musste das Studium jedoch wegen des Ersten Weltkrieges unterbrechen. Ab 1918 besuchte er die Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Josef Hoffmann. In der Zwischenkriegszeit entstanden nur wenige Gebäude nach seinen Plänen, wie etwa das Haus Nerad in der Innocentiagasse 3, Wien 13 (1928/29). Nach dem Zweiten Weltkrieg war er, in Zusammenarbeit mit Herbert Thurner, vorwiegend im Wiederaufbau tätig. Die Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien und die Revitalisierung des Blutgassen-Viertels in der Wiener Innenstadt erfolgten nach ihren Entwürfen.

Herbert Thurner - Herbert Thurner (1905-1998) studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Carl Witzmann und Josef Hoffmann, wo er 1926 sein Diplom erhielt. Über seine Tätigkeit in der Zwischenkriegszeit ist nichts Näheres bekannt. Nach 1945 arbeitete er, vorwiegend in Zusammenarbeit mit Friedrich Euler, im Wiederaufbau. Thurner war unter anderem am Bau der Wohnhausanlagen Unter-Meidlinger Straße 16-22 in Wien 12 und Ernst-Karl-Winter-Hof (Thimiggasse 63-69) in Wien 18 beteiligt. Als selbständige Arbeit entstand 1975/80 das Kindertagesheim im Karl-Wrba-Hof in Wien 10 (Sahulkastraße 3-5).

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