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Toeplerhof

Fakten

Toeplerhof

Währinger Straße 169-171, 1180 Wien

Baujahr: 1927-1928

Wohnungen: 65

Architekt: Konstantin Peller

Weitere Adressen

Paulinengasse 15, 1180 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Ungefähr gleichzeitig mit der Errichtung der gegenüber in der Währinger Straße gelegenen Wohnhausanlage und des Lindenhofes im benachbarten Czartoryskipark wurde auch der Rosa-Toepler-Hof erbaut. In der Nachkriegszeit sollten weitere Gemeindebauten in der Nachbarschaft folgen, bis schließlich auch das Czartoryski-Schlössel durch die Hans-Radl-Schule ersetzt wurde. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Die Architektur

Diese breite Eckverbauung wurde wegen des abfallenden Geländes mehrfach abgestuft, wodurch es zu einer Rhythmisierung des Baukörpers an der Paulinengasse kommt. An dieser ostseitigen Fassade sind neben den Balkonen vor allem die floralen Fensterrahmungen bemerkenswert. An der Ecke findet sich ein turmartiger Aufbau, der zum kürzeren Trakt in der Währinger Straße überleitet, dessen Front durch das Hauptportal mit seinen schönen Gittern bestimmt ist. Dieser repräsentative Eingang führt in eine tonnengewölbte Einfahrt mit Kassettenverzierungen, gemusterter Pflasterung und schmiedeeisernen Beleuchtungskörpern. Die betont handwerklichen, liebevoll gestalteten Details sind in gutem Zustand erhalten, so fällt auch beim Betreten des langen, schmalen, mehrfach terrassierten Gartenhofes ein monumentaler Kristallkandelaber ins Auge.

Der Name

Rosa Toepler (gest. 1916) hinterließ der Gemeinde Wien die Liegenschaft, an deren Stelle dieser Hof später errichtet wurde. 1965 wurde der Hof nach ihr benannt, woran eine Gedenktafel in der Einfahrt erinnert.

Prominente Bewohner

Im damals neu erbauten Toepler-Hof (*) lebte der Architekt Joseph Dex (1899-1945), Erbauer eines Doppelhauses in der Werkbundsiedlung, weiters die Journalistin und Schriftstellerin Else Feldmann (1884-1942).

Sanierung

von 1994 bis 1997

Im Toeplerhof wurde in den Jahren 1994 bis 1997 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde der Hof an die Fernwärme Wien angeschlossen und der Spielplatz instand gesetzt. Der Einbau der Aufzüge erfolgte bereits ab 1989. Die Kosten beliefen sich auf 2.097.908 Euro, davon konnten 1.802.480 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Konstantin Peller - Konstantin Peller (1887-1969) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien in der Meisterschule von Otto Wagner. Er arbeitete zunächst als freischaffender Architekt sowie für kurze Zeit mit Josef Ludwig, bevor er vor Beginn des Ersten Weltkriegs in das Wiener Stadtbauamt eintrat. Während seiner Tätigkeit in dieser Funktion entwarf er, oft in Zusammenarbeit mit Julius Stoik und Adolf Stöckl, mehrere städtische Wohnhausanlagen und war u. a. auch bei der Regulierung des Wienflusses tätig. 1945 wurde Peller zum Vorsitzenden der Stadtplanung und des Wiederaufbaus ernannt. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit im Wiener Stadtbauamt hat Konstantin Peller mit der Gestaltung einer Reihe von Wohnbauten die Architektur des Roten Wien entscheidend mitgeprägt.

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