Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Josef-Matejcek-Hof

Fakten

Josef-Matejcek-Hof

Mauerbachstraße 38, 1140 Wien

Baujahr: 1966-1968

Wohnungen: 95

Architekt: Alfred Kratochwil

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

An der Stelle der Wohnanlage an der Mauerbachstraße dürfte sich früher die Gastwirtschaft "Zur Stadt Belgrad" befunden haben, die mit ihrem Namen an die Eroberung Belgrads durch Feldmarschall Laudon (1789) erinnerte. Der dann als Wohnhaus dienende Altbau wurde in den 1950er-Jahren abgerissen und die Wohnanlage auf dem großen Grundstück mit seinen wertvollen alten Bäumen erbaut. Auf den unter Naturschutz stehenden Baumbestand wurde bereits bei den Planungen zum Bau der Anlage Rücksicht genommen.
Bei der Errichtung des Wohnblocks mit der Stiege 1 und 2 wurde das erste Mal versuchsweise das Konzept der so genannten "Saalwohnung" angewandt. Statt mit festen Zwischenwänden können die Wohnungen durch raumhohe Schrankwände und mobile Trennwände flexibel und individuell unterteilt werden.

Die Architektur

Die Wohnanlage fügt sich durch ihre offene Bebauungsstruktur sowie die maßvolle Höhe der Baukörper sensibel in die parkartige Landschaft ein. Die Anlage besteht aus fünf unterschiedlich langen Häuserzeilen mit zusammen 12 Stiegen, die mit Rücksicht auf die Vegetation auf dem Grundstück locker angeordnet sind. Die Architektur der dreigeschoßigen Bauten ist zurückhaltend und in der Wirkung einheitlich. Die Fassaden werden durch Form und Größe der Fensteröffnungen strukturiert. Die Fenstergröße richtet sich dabei nach der Funktion der dahinter liegenden Wohnräume. Im Nordosten, wo sich die Hauseingänge befinden, rhythmisieren die verglasten Stiegenhausachsen die regelmäßig gegliederten Fronten. Südwestseitig, wo die Schlaf- und Wohnzimmer liegen, lockern Loggien die Fassade auf. Die Architektur ist ein typisches Beispiel für den sachlich-funktionalen Wohnhausbau der 1960er-Jahre mit der Tendenz zu klar umrissenen Formen.

... und die Kunst

In der Grünanlage befindet sich eine Plastik mit dem Titel "Knabengruppe" von Alfred Hofmann.

Der Name

Die Wohnanlage trägt den Namen von Josef Matejcek (1904-1965). Der gelernte Eisenbahner engagierte sich in der Gewerkschaft, weshalb er 1936 ins Gefängnis musste. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Zentralsekretär sowie Obmann der Versicherungsanstalt der Eisenbahner und später Nationalrat.

Sanierung

von 1999 bis 2000

Der Josef-Matejcek-Hof wurde in den Jahren 1999 und 2000 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen und teilweise Instandsetzung der Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Alfred Kratochwil - Alfred Kratochwil (1911-2004) studierte von 1929 bis 1936 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1938 die 2. Staatsprüfung ablegte. Für die Gemeinde Wien plante er den Josef-Matejcek-Hof in Wien 14, Mauerbachstraße 38 (1966-1968), und zusammen mit Alfred Kraupa die Anlage Weinheimergasse 7-9 in Wien 16 (1959-1961).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+