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Wiedenhoferhof

Fakten

Wiedenhoferhof

Zeillergasse 7-11, 1170 Wien

Baujahr: 1924-1925

Wohnungen: 237

Architekt: Josef Frank

Weitere Adressen

Pretschgogasse 5, 1170 Wien

Liebknechtgasse 10-12, 1170 Wien

Beringgasse 15, 1170 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Im Plan des Architekten und Stadtplaners Heinrich Goldemund zur Schaffung des Wiener Wald- und Wiesengürtels aus dem Jahre 1905 als auch im Stadtregulierungsplan von 1912 ist das Areal, auf dem sich der Josef-Wiedenhofer-Hof befindet, noch als unverbaute Fläche eingezeichnet. 1924 wurde mit dem Bau des Josef-Wiedenhofer-Hofs begonnen. Die erste Änderung am Hof stammt aus dem Jahr 1953, als die Wohnhausanlage um eine Etage aufgestockt wurde. Dabei ersetzte man auch das Flachdach durch ein Satteldach, wodurch sich die Proportionen stark veränderten.

Die Architektur

Der Josef-Wiedenhofer-Hof ist eine geschlossene Blockrandbebauung mit einem zusätzlichen Trakt in der Mitte, sodass zwei nebeneinander angeordnete Höfe entstehen. Die leicht gekrümmte Hauptfront der Wohnanlage liegt dem Kongresspark gegenüber und wird durch eine ehrenhofartige Ausnehmung in zwei Teile geteilt. Durch Aufbrechen der parkseitigen Gebäudeecken mittels Loggien nimmt Josef Frank dem Baukörper an Wucht. Zu Paaren gruppierte Fensterachsen, bei denen zwei- und dreiflügelige Fenster alternierend angeordnet sind, rhythmisieren die Fassade. Auch die leicht vortretenden Stiegenhäuser sind ein Element, das Josef Frank zur Strukturierung einsetzt. Helle Elemente wie die Putzfaschen um die Fenster, die Konsolgesimse oder die Loggien heben sich stark kontrastierend von der farbigen Mauerfläche ab.

Der Name

Josef Wiedenhofer (19.3.1873-1924) war im Nationalrat, Mitglied der Gewerkschaftskommission Österreichs, Vorstandsmitglied der Arbeiterkammer und der Konsumvereine sowie Obmann der Wiener Metallarbeiter.

Sanierung

von 2009 bis 2013

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2009 bis 2013 eine Sockelsanierung durchgeführt. Die Arbeiten umfassten unter anderem auch den Ausbau des Dachgeschoßes, den Tausch der Fenster und die Anbringung einer Fassadendämmung.

Architekten

Josef Frank - Josef Frank (1885-1967) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Seine Villen-Bauten der 1920er- und 1930er-Jahre gehören zu den bedeutendsten Werken der Moderne in Wien (z. B. Haus Beer, mit Oskar Wlach, 1929/30). Für die Gemeinde Wien errichtete er alleine und gemeinsam mit seinen langjährigen Partnern Oskar Wlach und Oskar Strnad mehrere Wohnhausanlagen. Die berühmte Werkbundsiedlung im 13. Bezirk wurde als Bauausstellung für ein neues, soziales Wohnen von ihm konzipiert (ab 1930). Frank emigrierte 1934 nach Schweden, wo er zum wichtigsten Wegbereiter des modernen Designs wurde.

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