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Paula-Mistinger-Mraz-Hof

Fakten

Paula-Mistinger-Mraz-Hof

Fünfhausgasse 10-12, 1150 Wien

Baujahr: 1928-1929

Wohnungen: 21

Architekt: Oskar Unger

Weitere Adressen

Herklotzgasse 16, 1150 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Die gürtelnahe Wohnhausanlage bildete durch das Parteilokal von Anfang an ein Zentrum der Sozialdemokraten von Fünfhaus. Mit der Benennung nach einer ihrer engagiertesten Aktivistinnen, Paula Mistinger-Mraz, wurde beiden 1950 ein Denkmal gesetzt.

Die Architektur

Der fünfgeschoßige Wohnbau besticht durch seine klinkerverkleidete Sockelzone und die markant gestaltete Ecklösung, bei der die beiden Straßenfronten mittels positiver und negativer Eckausbildung miteinander verzahnt werden. Der einzige Balkon des Gebäudes dient primär der plastischen Modellierung der Fassade - farblich vom Untergrund abgesetzt, verdeutlicht er durch Überhöhung den Übergang zwischen Vor- und Rücksprung. In den unteren Etagen begrenzen durchgehende Fenster- und Sohlbankgesimse die beiden roten, umlaufenden Horizontalbänder. Ein Turmmotiv in der Achse des plastisch gestalteten Doppelportals betont den Baukörper.

Der Name

Paula Mistinger-Mraz (9. 4. 1907 - 21. 5. 1935) war führende Aktivistin der Revolutionären Sozialisten. Sie sollte 1935 den illegalen Vertriebsapparat der "Arbeiter Zeitung" aufbauen, starb aber noch im selben Jahr an einer Blinddarmentzündung. Am 20. 5. 1950 wurde der Hof in der Fünfhausgasse nach ihr benannt.

Sanierung

von 1986 bis 1987

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1986 und 1987 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 90.114 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Oskar Unger - Oskar Unger (1877-1972) studierte von 1896 bis 1902 an der Akademie der bildenden Künste, wo er von Vertretern des Späthistorismus ausgebildet wurde. Zunächst arbeitete er in Architekturbüros mit, wo er vor allem mit Restaurierungsarbeiten betraut war. Als selbstständiger Architekt errichtete er in den 1920er-Jahren nur zwei Bauten - beides Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Unger am Bau von zwei weiteren Wohnhausanlagen beteiligt.

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