Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Siedlung Hirschstetten

Fakten

Siedlung Hirschstetten

Cizekplatz 1/1-1/4, 1220 Wien

Baujahr: 1947-1950

Wohnungen: 338

Architekt: Florian Omasta, Fritz Zügner, Fritz Sammer, Emil Dietrich

Weitere Adressen

Maschlgasse 2-122, 124/1-4, 124A/1-4,124B/1-6, 124C/1-6, 31, 1220 Wien

Nedbalgasse 2/1-4, 4/1-4, 6/1-4, 8/1-4,10/1-4, 12/1-4, 14/1-4, 16/1-4, 1220 Wien

Quadenstraße 118/1-6, 1220 Wien

Cizekplatz 2/1-2/4, 3/1-3/4, 4/1-4/4, 4/R2-4/R4, 5/1-5/4, 1220 Wien

Gladiolenweg 1-7, 9/1-9/4, 11/1-11/4, 13/1-13/4, 15/1-15/4, 17/1-17/4, 1220 Wien

Luikgasse 2/1-4, 4/1-4, 6/1-4, 8/1-4, 10/1-4, 12/1-4, 14/1-4, 16/1-4, 1220 Wien

Markweg 72/1-4, 74/1-4, 76/1-4, 78/1-4, 80/1-4, 82/1-4, 84/1-4, 86/1-4, 88, 1220 Wien

Schamsgasse 1/1-4, 3/1-4, 5/1-4, 1220 Wien

Spandlgasse 72-118, 1220 Wien

Späthgasse 2/1-4,4/1-4,6/1-4,8/1-4,10/1-4,12/1-4,14/1-4,16/1-4,18/1-4, 1220 Wien

Tomschikgasse 2/1-4, 4/1-4, 6/1-4,8/1-4,10/1-4,12/1-4,14/1-4,16/1-4,18/1-4, 1220 Wien

Toulagasse 1/1-4, 3/1-4, 5/1-4, 7/1-4, 1220 Wien

Wohnen in Wien

1945 waren rund 28 Prozent der Gebäude Wiens durch die Kriegshandlungen schwer beschädigt oder zerstört. Eine rasche Linderung der Wohnungsnot stand im Vordergrund, Infrastruktur und Baumaterial fehlten jedoch oft. Ab 1947 begann die planmäßige Errichtung von Neubauten. Der Bau großer Wohnanlagen wie der Per-Albin-Hansson-Siedlung startete Ende der 1940er-Jahre.

Geschichte

Die nördlich der Donau liegende Marchfeldebene wurde seit dem 11. Jahrhundert systematisch besiedelt. Die Donau mit ihren zahlreichen Seitenarmen und der Auengürtel, die die einzelnen Siedlungen voneinander und von der Stadt trennten, erlaubten jedoch keine großflächige Verbauung. Die Voraussetzungen für die bauliche Entwicklung dieses Gebiets wurden erst mit der ab 1870 erfolgten Donauregulierung geschaffen. Zunächst siedelte sich vor allem Industrie auf dem neu gewonnenen Bauland an. Ab etwa 1920 bildeten die weiten, unverbauten Flächen die ideale Basis für die einsetzende Siedlungsbewegung. Die von Adolf Loos geplante Kriegerheimstätte Hirschstetten wurde ab 1921 für Kriegsheimkehrer und ihre Familien erbaut. Eine erste Erweiterung der Siedlung erfolgte in den 1930er-Jahren. Ab 1947 wurde darüber hinaus eine gemeindeeigene Siedlung errichtet.

Die Architektur

Die in zweigeschoßigen Zeilen angelegte Siedlung erstreckt sich über die parallel zueinander liegenden Straßenzüge zwischen Quadenstraße und Schrebergasse und die quer dazu ausgerichteten Wege zwischen Schreibergasse und Spandlgasse. Eingegrenzt wird das Areal von den Verbauungen entlang Gladiolenweg, Spandlgasse und Maschlgasse. Die an der Spandlgasse liegenden Häuser sind durch Geräteschuppen aneinander gekoppelt. Jedes Haus beherbergt vier über zwei Geschoße reichende Wohnungen, die direkt von der Straße bzw. durch seitlich liegende Eingänge erschlossen werden.
Die Verbauung entlang der Maschlgasse überspannt die Spandlgasse torartig und grenzt so die Siedlung betont als Einheit vom angrenzenden Wohngebiet ab. Auch hier umfassen die Wohnungen jeweils zwei Geschoße.
Die Wohnungen in den langen, geradlinigen Zeilenbauten sind geschoßweise angeordnet. Ihre Fronten werden in erster Linie durch die Eingänge und das darüber liegende Stiegenhausfenster gegliedert. Die einheitlichen Wohnungsfenster sorgen für eine gleichförmige Fassadenstruktur, wodurch die Länge der Häuserzeilen noch stärker betont wird.
Die niedrige Verbauung mit Satteldächern sowie auch die dekorativen Fenster- und Türrahmen bewirken eine an den Heimatschutzstil angelehnte Romantisierung der Architektur. Die unakzentuierten langen Blöcke und die fehlenden Vorgärten zeugen jedoch zugleich von einer Abwendung vom idyllischen Reihenhaus und einer zunehmenden Urbanisierung der Siedlungsstruktur. Als Zentrum der Anlage wurde der Cizekplatz konzipiert. Hier finden sich drei Geschoße umfassende Bauten, die sowohl Geschäftslokale als auch Gemeinschaftseinrichtungen beherbergen.

... und die Kunst

Am Cizekplatz befindet sich das Wandbild "Kudlich, der Bauernbefreier" des Künstlers Othmar Peter Hartmann.

Der Name

Die Siedlung trägt den Namen des Bezirksteiles Hirschstetten. Die ehemals selbständige Gemeinde wurde erstmals 1240 urkundlich erwähnt. Ihre Bezeichnung leitet sich von "Hertstätten" ab, was in etwa "Stätte diesseits der Donau" bedeutet.

Architekten

Florian Omasta - Florian Omasta (1902-1990) studierte ab 1935 bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften mehrere große Wohnhausanlagen, wie etwa den Conrad-Lötsch-Hof in Wien 21, Floridsdorfer Markt 9-14 (1961/62), und die Anlage Leebgasse 102-106 in Wien 10 (1951/52).

Fritz Zügner - Fritz Zügner (1910-1972) studierte ab 1929 bei Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zusammen mit Emil Dietrich und Florian Omasta entwarf er für die Gemeinde Wien mehrere große Wohnhausanlagen, wie etwa die Anlagen Gablenzgasse 41 in Wien 15 (1952/53) und Voltagasse 55-63 in Wien 21 (1954-1956).

Fritz Sammer - Fritz Sammer (1901-1991) studierte an der Technischen Hochschule Wien. Er war ab 1931 selbständig als Architekt tätig und entwarf mit seinem langjährigen Partner Hans Richter vor allem Wochenendhäuser und Wohnhäuser. Bemerkenswert ist vor allem das 1932 entstandene Ensemble von Flachbauten in der Glanzinggasse 23 und 25 in Wien 19, in dem, ursprünglich als Miethaus und Einfamilienhaus konzipiert, heute ein Hotel untergebracht ist.

Emil Dietrich - Emil Dietrich (geb. 1878 in Czernowitz; verst. 1960 in Wien) war in den 1950er-Jahren vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer großer Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt. In Zusammenarbeit mit Fritz Zügner und Florian Omasta entwarf er unter anderem die Anlagen Gablenzgasse 41 in Wien 15 (1952/53) und Voltagasse 55-63 in Wien 21 (1954-1956).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+