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Meldemannstraße 2-4

Fakten

Meldemannstraße 2-4

Meldemannstraße 2-4, 1200 Wien

Baujahr: 1982-1982

Wohnungen: 0

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bildeten ein neuer Stadtentwicklungsplan und ein Stadterneuerungsfonds die Grundlage für eine sanfte Stadterneuerung Wiens. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten. So konnten die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, saniert werden. Darüber hinaus fanden für Neubauten Wettbewerbe statt, um möglichst viele neue Ideen in die Architektur einzubringen.

Geschichte

Der 20. Wiener Gemeindebezirk liegt gemeinsam mit dem 2. Bezirk auf einer von Donaustrom und Donaukanal umschlossenen Insel. Bis ins 19. Jahrhundert war dieses Augebiet aufgrund einer ständigen Überschwemmung weitgehend unverbaut. Erst nach Abschluss der Donauregulierung 1875 wurde das Gebiet vom Süden her langsam erschlossen. Gemäß einem Rasterverbauungsplan erfolgte die Anlage langer, gerader Straßenzüge wie etwa auch der Dresdner Straße. Ihre Bedeutung als Ost-West-Verbindung und der nahe gelegene Nordwestbahnhof begünstigten hier um 1900 die Ansiedlung zahlreicher Fabriken. 1900 erfolgte - durch die Abspaltung von der Leopoldstadt - schließlich auch die Gründung des selbständigen Bezirks Brigittenau. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Industriegebiet entlang der Dresdner Straße vermehrt mit Wohnbauten durchsetzt. Aber auch monumentale, freistehende Hochbauten entstanden, wie etwa die dem Wohnhaus Meldemannstraße 2-4 gegenüberliegende AUV-Zentrale, wodurch im Laufe der Jahrzehnte die für den 20. Bezirk charakteristische Mischverbauung entstand.

Die Architektur

Das zwei Stiegenhäuser umfassende Wohnhaus in der Meldemannstraße 2-4 war bereits im Zuge der Errichtung der Anlage Dresdner Straße 1-5 geplant worden und wurde kurze Zeit später als deren Erweiterung erbaut. Der sieben bzw. acht Geschoße umfassende Wohnblock wird durch die beiden Stiegenhausachsen in drei Abschnitte gegliedert, die höhenversetzt zueinander angeordnet sind. Die schlichte Straßenfassade wird durch Fenster unterschiedlicher Breite strukturiert. Aufgebrochen wird sie durch Achsen schmaler Loggien, die leicht hinter die Fassadenflucht zurückversetzt sind. Sie wurden zum Teil nachträglich verglast und sind mit dekorativen Abflussrinnen versehen. Das Erdgeschoß ist großräumig durchbrochen und schafft so einen fließenden Übergang vom Straßenraum zum Hofbereich.
An der Rückfront öffnen breite, vorspringende Loggien die Wohnräume zum begrünten Hof. Die bestimmende, gerade Linie lässt die Baumassen in sich ruhend erscheinen. Sie werden zudem durch abschließende, dezente Gesimsbänder kompakt zusammengefasst. Nur der etwas niedrigere Bauteil der Stiege 5 nimmt mit seiner konvex geschwungenen Form auf die gekurvten Fronten der gegenüberliegenden Wohnhausanlage Bezug. Hier finden sich auch die markanten Rundfenster der Stiegenhäuser wieder.

... und die Kunst

Im Grünbereich an der Meldemannstraße befindet sich die Skulptur "Räumlich-plastische Entfaltung" des Künstlers Josef Pillhofer.

Der Name

Der Straßenzug ist seit 1899 nach Nikolaus Meldemann (geboren in Nürnberg, Datum unbekannt; verstorben 1552) benannt. Der in Nürnberg ansässige Verleger und Drucker wurde 1529 von der Nürnberger Stadtverwaltung dazu ermächtigt, einen Holzschnitt von der Türkenbelagerung Wiens anzufertigen. Die so entstandene erste Rundansicht Wiens (1529/30) ist von großer historischer und kartografischer Bedeutung.

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