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Dresdner Straße 7-11

Fakten

Dresdner Straße 7-11

Dresdner Straße 7-11, 1200 Wien

Baujahr: 1985-1987

Wohnungen: 61

Architekt: Anton (Toni) Lenhardt

Weitere Adressen

Schottenaustraße 1, 1200 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bildeten ein neuer Stadtentwicklungsplan und ein Stadterneuerungsfonds die Grundlage für eine sanfte Stadterneuerung Wiens. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten. So konnten die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, saniert werden. Darüber hinaus fanden für Neubauten Wettbewerbe statt, um möglichst viele neue Ideen in die Architektur einzubringen.

Geschichte

Der 20. Wiener Gemeindebezirk liegt gemeinsam mit dem 2. Bezirk auf einer von Donaustrom und Donaukanal umschlossenen Insel. Bis ins 19. Jahrhundert war dieses Augebiet aufgrund ständiger Überschwemmung weitgehend unverbaut. Erst nach Abschluss der Donauregulierung 1875 wurde das Gebiet von Süden her langsam erschlossen. Nach einem Rasterverbauungsplan legte man lange, gerade Straßenzüge wie etwa die Dresdner Straße an. Diese bedeutende Ost-West-Verbindung und der nahe gelegene Nordwestbahnhof begünstigten hier um 1900 die Ansiedlung zahlreicher Fabriken. 1900 erfolgte durch die Abspaltung von der Leopoldstadt schließlich auch die Gründung des selbständigen Bezirks Brigittenau. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Industriegebiet entlang der Dresdner Straße vermehrt Wohnhäuser erbaut. Aber auch monumentale, freistehende Hochbauten wurden errichtet, wie etwa die der Wohnanlage gegenüberliegende AUV-Zentrale, wodurch im Laufe der Jahrzehnte die für den 20. Bezirk charakteristische Mischverbauung entstand.

Die Architektur

Die sieben Geschoße umfassende Wohnhausanlage erstreckt sich entlang der Dresdner Straße und reicht mit einem kürzeren Trakt um die Ecke in die Schottenaustraße; sie ist etwas erhöht und von der Straße zurückversetzt angelegt. Die lange Front an der Dresdner Straße wird durch die drei vorgelagerten, abgerundeten Stiegenhaustürme in mehrere Abschnitte gegliedert. Von den schlichten Fassadenflächen heben sich darüber hinaus flache Erker ab, die auf schmalen, über zwei Geschoße reichenden Wandpfeilern lasten. Die Fenster sind, je nach Funktion der dahinter liegenden Räume, unterschiedlich groß gestaltet. Städtebaulich markant präsentiert sich die Ecke zur Schottenaustraße. Hier tritt direkt neben der abgerundeten Hauskante ein Erker in Form eines Viertelzylinders hervor. Durch ihre symmetrisch angeordneten, breiten Fenster wirken die beiden Rundteile wie Zwillingstürme.
Die Erker an der schmäleren Front zur Schottenaustraße erstrecken sich nur über zwei Geschoße. Zudem befinden sich hier Balkone, die aufgrund ihrer weißen Farbe - im Gegensatz zum Gelb der Fassade - als selbständige Bauteile von der Wand losgelöst erscheinen. Weite, großzügige Durchgänge führen von der Straße in den Hofbereich. Dominiert wird die Schmalseite allerdings vom Stiegenhausturm mit flankierenden Erkern.
An der langen Hoffront bedingen weiße Balkone bzw. Loggien und Erker eine abwechslungsreiche Durchbildung der Baumassen.

Der Name

Die Dresdner Straße ist seit 1875/77 nach Dresden, der Hauptstadt von Sachsen, benannt. Nach der Fertigstellung der nach Dresden führenden Nordwestbahn wurde auch die Straße angelegt.

Architekten

Anton (Toni) Lenhardt - Anton Lenhardt (1919-1997) war für die Gemeinde Wien an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt. Unter anderem plante er den Professor-Rudolf-Boeck-Hof in Wien 23, Dr.-Barilits-Gasse 2-4 (1958/59), und das Wohnhaus Börnergasse 15 in Wien 19 (1963/64).

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