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Heiligenstädter Straße 33

Fakten

Heiligenstädter Straße 33

Heiligenstädter Straße 33, 1190 Wien

Baujahr: 1983-1985

Wohnungen: 177

Architekt: Werner Winterstein

Weitere Adressen

Guneschgasse 9, 1190 Wien

Radlmayergasse 8-18, 1190 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bildeten ein neuer Stadtentwicklungsplan und ein Stadterneuerungsfonds die Grundlage für eine sanfte Stadterneuerung Wiens. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten. So konnten die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, saniert werden. Darüber hinaus fanden für Neubauten Wettbewerbe statt, um möglichst viele neue Ideen in die Architektur einzubringen.

Geschichte

An der Heiligenstädterstraße - auf dem Weg zu Wiens Weinorten - hatten ursprünglich kleine und mittlere Winzer ihre Keller, die im Laufe der Zeit zusammengelegt wurden. So entstand ein weit verzweigtes Netz aus Kellerröhren, Verbindungsgängen und Lagerräumen, das sich bis zur Döblinger Hauptstraße erstreckt. Genau in diesem Gebiet zwischen Hernals, Grinzing und Heiligenstadt waren 1683 große Teile des türkischen Heerlagers aufgestellt, das die Kellerräume vermutlich als Rückzugsraum nutzte. Während des Zweiten Weltkrieges diente das unterirdische System als Luftschutzraum. Auch unter der Wohnhausanlage Heiligenstädter Straße 33 befindet sich ein Netz von unterirdischen Gängen, weshalb das Gebäude auf Pfählen errichtet werden musste.

Die Architektur

Die zehn Stiegenhäuser umfassende Wohnhausanlage erstreckt sich entlang des Steilhanges zwischen Döblinger Hauptstraße und Heiligenstädter Straße. In dem direkt an der Heiligenstädter Straße liegenden Haus der Stiege 1 befindet sich in den ersten drei Geschoßen ein Parkhaus. Die oberen drei Stockwerke beherbergen Wohnungen, die U-förmig um einen Innenhof angeordnet sind. Sie werden über verglaste Laubengänge erschlossen, die zugleich als Pufferzone zwischen den Wohnräumen und der vorbeiführenden Bahn bzw. der Heiligenstädter Straße dienen. Die Konstruktion aus vorgefertigten Bauteilen hebt sich deutlich von der Architektur der restlichen neun Stiegen ab - diese sind in Dreiergruppen zusammengefasst. Sie liegen an der Guneschgasse und der Radelmayergasse und bilden zusammen einen parkähnlich angelegten Innenhof.
In die Häusergruppe an der Guneschgasse ist darüber hinaus ein vierteiliger Durchgang eingeschnitten, der das gesamte Erdgeschoß des mittleren Hauses einnimmt. Die Häuser sind, dem Geländeanstieg folgend, in der Höhe zueinander versetzt angelegt. Sie umfassen jeweils fünf Hauptgeschoße und ein ausgebautes Dachgeschoß. Die schlichte Fassade wird durch unterschiedliche Fenstervariationen strukturiert. Zwischen den beiden Häusergruppen an der Radelmayergasse ist ein weiter Spalt als Zugang zum Innenhof freigehalten. Der Zugang zu diesen Stiegen erfolgt über das hoch liegende Untergeschoß, und die Häuser werden durch Rück- und Vorsprünge in der Fassadenflucht zergliedert. Es finden sich unterschiedliche Variationen von Fenstern, Hoffronten und Loggien. Im Innenhof befindet sich ein ebenerdiger Anbau, der ein Kindertagesheim beherbergt.

... und die Kunst

Im Innenhof befindet sich die Darstellung einer weiblichen Figur. Die Steinskulptur mit der Bezeichnung "Säule" wurde 1985 von Oskar Bottoli geschaffen.

Der Name

Die Heiligenstädter Straße trägt seit 1894 ihren Namen zur Erinnerung an den alten Vorort. Sie wurde um 1705 Nußdorfer Weg, 1721-1894 Nußdorfer Straße genannt. Um 1200 wurde Heiligenstadt erstmals erwähnt, 1890/92 in den 19. Bezirk Wiens eingemeindet.

Architekten

Werner Winterstein - Werner Winterstein (geb. 1937) studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Für die Gemeinde Wien plante er etwa die Wohnhausanlage Heiligenstädter Straße 33 (1983-1985) und erstellte verschiedene städtebauliche Gutachten. Er ist auch Bezirksrat und Weltkulturerbe-Beauftragter der Wiener Innenstadt. 2008 publizierte er in dem Buch "Anmerkung: Prominent" die Geschichte seiner zum Teil jüdischen Familie.

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