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Ottakringer Straße 7

Fakten

Ottakringer Straße 7

Ottakringer Straße 7, 1170 Wien

Baujahr: 1977-1979

Wohnungen: 31

Architekt: Josef Krawina

Weitere Adressen

Hernalser Gürtel 23, 1170 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Die Verbauung der Ottakringer Straße zwischen der heutigen Gürtelstraße und dem Johann-Nepomuk-Berger-Platz erfolgte erst ab dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts, nachdem der Exerzierplatz, der sich in diesem Bereich befand, freigegeben worden war. Das Gelände wurde parzelliert und mit großteils dreigeschoßigen Wohnhäusern verbaut, wie zum Beispiel in der Ottakringer Straße 7, wo sich in den 1930er-Jahren unter anderem eine Schmiede und in den 1950er-Jahren ein Fleischhauer befanden. Am Hernalser Gürtel 23 stand seit 1867 ebenfalls ein dreigeschoßiges Gebäude. Hier war in den 1930er-Jahren der "Unterstützungsverein Radfahrer- u. Kraftfahrerhilfe" untergebracht. Beide Althäuser wurden um 1970 abgerissen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht genau genommen aus zwei Häusern. Eine Schauseite befindet sich in der Ottakringer Straße 7, die andere am Hernalser Gürtel 23. Beide Wohnhäuser umfassen jeweils sieben Hauptgeschoße und werden über ein Stiegenhaus erschlossen. Die Fassaden sind stufenartig gestaffelt und erstrecken sich in der Ottakringer Straße über fünf und am Hernalser Gürtel über vier Achsen. Die seitlich gelegenen Stiegenhäuser heben sich sowohl in ihrer Struktur als auch in der Farbgebung von den Fassaden ab. Die vertikale Gliederung der Häuser wird durch die abwechselnde Anordnung von Eckfenstern und offenen Laubengängen verstärkt. Dieses Fassadenschema resultiert aus den sich über zwei Geschoße erstreckenden Maisonette-Wohnungen. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt jeweils über den Laubengang, die zweite Wohnebene ist nur über eine Treppe innerhalb der Wohnung zugänglich.
Im Haus am Hernalser Gürtel waren in den ersten beiden Geschoßen ursprünglich Büroräumlichen vorgesehen. Heute befindet sich hier hinter den großzügig verglasten Fronten ein Kindergarten. Das Dachgeschoß ist an beiden Häusern etwas zurückversetzt und wird als Wohnraum genutzt. Farbliche Akzente setzen die roten Fenster- und Türrahmungen sowie die grüne Blechverdachung. Die Hoffronten sind ebenfalls gestuft angeordnet und werden - dem zweigeschoßigen Wohnungskonzept entsprechend - in jedem zweiten Geschoß von Loggien aufgebrochen.

Der Name

Die Ottakringer Straße verläuft durch den 16. und 17. Bezirk und wurde 1894 nach dem alten Vorortnamen Ottakring benannt. Der Name "Otachringen" wurde urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt.

Architekten

Josef Krawina - Josef Krawina (geb. 1928) schloss 1955 sein Studium an der Technischen Universität Wien ab. Fünf Jahre später gründete er sein eigenes Atelier in Wien, 1983-1996 hatte er den Lehrstuhl für Entwerfen, Baukonstruktion und Baupraxis an der Technischen Universität Berlin inne. Er gestaltete das Karl-Renner-Denkmal an der Wiener Ringstraße (Porträtkopf von Alfred Hrdlicka) und zeichnet für die Architektur des berühmten Hundertwasserhauses (Wien 3) verantwortlich. Für das Wohnbauprogramm der Stadt Wien entwarf er gemeinsam mit Günther Oberhofer eine Anlage in der Haberlgasse 86 (1973-75, Wien 16).

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