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Linzer Straße 174-180

Fakten

Linzer Straße 174-180

Linzer Straße 174-180, 1140 Wien

Baujahr: 1982-1985

Wohnungen: 233

Architekt: Erich Stiasny, Walter Vasa, Helmut Puschner

Weitere Adressen

Felbigergasse 43-45, 1140 Wien

Gusenleithnergasse 2-4, 1140 Wien

Moßbachergasse 1, 1140 Wien

Moßbachergasse 3, 1140 Wien

Moßbachergasse 5, 1140 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Auf dem Gelände der Wohnhausanlage befand sich bis 1981 die Fabrik der Firma Hofmann & Czerny AG. Das 1903 gegründete Unternehmen war damals Europas größte Klaviermanufaktur und vertrieb weltweit Klaviere unter den Marken "Hofmann" bzw. "Hofmann & Czerny". Das Fabrikgebäude wurde 1981 nach einem negativen Denkmalschutzbescheid abgerissen.


Die Architektur

Die Wohnhausanlage erstreckt in sich in Blockrandverbauung auf dem Geviert zwischen Linzer Straße/Felbigergasse/Gusenleithnergasse/Moßbachergasse. Die geschlossene Hofanlage umfasst sechs Geschoße und 15 Stiegenhäuser. Das Erdgeschoß an der Linzer Straße ist in einem offenen Kolonnadengang aufgelöst und wird zum Teil als Geschäftszone genutzt. Dem Geländeverlauf folgend, sind die Bauabschnitte zwischen Linzer Straße und Felbigergasse in Stufen angelegt. Auch in der Bauflucht werden die langen Fronten durch zahlreiche Vor- und Rücksprünge zergliedert. Sie sind zudem abschnittsweise in großzügige Loggien aufgelöst, die zum Teil als eigene Baukörper blockartig vortreten. Die Erschließungstürme hingegen sind deutlich zurückversetzt. Das oberste Geschoß tritt ebenfalls weit zurück - dadurch werden Terrassen ausgebildet. Die schlichten, glatt verputzten Flächen zwischen den Loggien werden durch Fenster unterschiedlicher Größen gegliedert. Eine differenzierte Oberflächenstruktur weist die Sockelzone auf, die mit Blechpanellen oder, alternativ, mit Fliesen verkleidet ist. Farbliche Akzente an der in Grautönen gehaltenen Fassadenhülle setzt das kräftige Blau der Fensterrahmen und der Eingangstüren. Unter dem großzügigen, parkähnlich gestalteten Innenhof befindet sich eine Tiefgarage mit einer Einfahrt in der Moßbachergasse und einer Ausfahrt in der Gusenleithnergasse.

... und die Kunst

In der Grünanlage an der Ecke Linzer Straße/Moßbachergasse steht die von Hannes Turba geschaffene Skulptur "Lichtstrahlen" (1985).

Der Name

Die Wohnanlage liegt an der seit 1894 so benannten Linzer Straße, der alten Poststraße von Wien Richtung Westen nach Linz, die noch auf die Römerzeit zurückgeht.

Architekten

Erich Stiasny - Erich Stiasny (1936-1983) studierte von 1956 bis 1961 Architektur an der Hochschule für Angewandte Kunst Wien, wo er die Meisterklasse von Franz Schuster besuchte. Für die Gemeinde Wien plante er zusammen mit Walter Vasa und Helmut Puscher die Wohnhausanlage Linzer Straße 174-180 in Wien 14 (1982-1980).

Walter Vasa - Walter Vasa (1924-2002) war für die Gemeinde Wien vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer großer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Anlagen Karl-Metschl-Gasse 13-23 in Wien 16 (1953/54) und Schüttaustraße 20-40 in Wien 22 (1954-1956).

Helmut Puschner - Helmut Puschner (geb. 1937) beendete 1967 sein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Wien. Bereits 1970 eröffnete er ein eigenes Atelier, mit dem er vor allem im Schul-, Gewerbe- und Wohnbau tätig ist und zahlreiche Wettbewerbe gewonnen hat. Gemeinsam mit den Architekten Helmut Schultmeyer und Gerhard Kroj beteiligte er sich zu Beginn der 1980er-Jahre am Wettbewerb zur Verbauung der ehemaligen Gräf & Stift-Gründe in Wien 19 (Franz-Weber-Hof, Weinberggasse 60-78), an deren Gesamtplanung er federführend beteiligt war.

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