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Sonnenhäuser

Fakten

Sonnenhäuser

Flötzersteig 239, 1140 Wien

Baujahr: 1981-1984

Wohnungen: 8

Architekt: Hedwig (Hedy) Wachberger

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Neben der Donau diente auch der damals noch unregulierte Wienfluss bis spät ins 19. Jahrhundert hinein als Wasserstraße. Vor allem Holzstämme wurden von den Flößern auf dem Wasserweg transportiert. An den Ufern befanden sich zahlreiche große Holzlagerplätze. Der Flötzersteig, an dem die Wohnhausanlage liegt, geht auf einen alten Verkehrsweg zurück, der vom 9. Bezirk quer durch den 16. Bezirk bis zum Wienfluss führte. Von hier wanderten die Flötzer (= Flößer) nach Abladen ihrer Fracht zu Fuß nach Hause.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus insgesamt acht Häusern, die in drei Gruppen (zweimal drei Häuser, einmal zwei Häuser) angeordnet sind. Die Häuser einer Gruppe sind jeweils gestaffelt aneinander gekoppelt. Die Straßenseiten der zwei bis drei Geschoße umfassenden Bauten sind extrem reduziert gestaltet und wirken sehr geschlossen. Die Eingänge werden durch schlichte Vordächer markiert. Auffallend ist hingegen die Silhouette der Dachlandschaft, die aufgrund der gestaffelten Satteldächer wie ein Gebirgszug erscheint, der aus den stufenartig angeordneten Terrassen und Flachdächern emporragt. Die zum Wiental orientierten Gartenfronten sind mittels großzügiger Fenster, Balkone und Terrassen äußerst offen ausgebildet. Holzpergolen binden die Architektur zudem an den Grünraum. Nicht nur die äußere Erscheinung der Wohnbauten erinnert an den Typus der Gartenvilla, auch der Grundriss lässt sich von diesem ableiten. Die Häuser verfügen jeweils über einen ausgebauten Keller und ein Erdgeschoß mit Küche, Diele, WC und Terrasse. Im ersten, mit einem Balkon versehenen Obergeschoß sind zwei Zimmer und ein Bad untergebracht, im Dachgeschoß zwei weitere Zimmer sowie eine Terrasse. Auf den nach Süden orientierten Dachflächen befinden sich Sonnenkollektoren.

Der Name

Die Bezeichnung "Sonnenhäuser" bezieht sich auf die Idee des "Bauens mit der Sonne" - dabei soll der Energiebedarf der Haushalte zum Teil durch Sonnenergie gedeckt werden. Als Grundlage dienen einfache physikalische Überlegungen, die Wärmestrahlung der Sonne zu sammeln, zu speichern und zu verteilen. Zu unterscheiden sind die aktive Nutzung der Sonnenenergie, etwa durch Sonnenkollektoren, und die passive Nutzung, die unter anderem durch große Glasflächen ermöglicht wird.

Architekten

Hedwig (Hedy) Wachberger - Hedwig (Hedy) Wachberger (geb. 1940) besuchte die Technische Hochschule Wien, wo sie 1965 ihr Diplom erhielt. Nach Praktika in der Schweiz und in Österreich war sie ab 1970 als freischaffende Architektin in Wien tätig und unterhielt bis 1986 ein gemeinsames Büro mit ihrem Ehemann Michael Wachberger (geb. 1941). Ihr berufliches Interesse lag vor allem auf dem Gebiet des sozialen Wohnbaus, der Energieoptimierung sowie der Nutzung von Solar-und Alternativenergien. Neben der mit Solarenergie versorgten Versuchssiedlung "Österreichisches Sonnenhaus" Am Flötzersteig in Wien 14 (1978-1984) plante Hedy Wachberger auch das Wohnhaus Schönbrunner Straße 107 in Wien 5 (1981-1985) und den Gemeindebau Breitenfurter Straße 401-413 in Wien 23 (1982-1986).

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