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Alexander-Nehr-Hof

Fakten

Alexander-Nehr-Hof

Marktgasse 62, 1090 Wien

Baujahr: 1984-1985

Wohnungen: 53

Architekt: Armin Dolesch

Weitere Adressen

Althanstraße 49, 1090 Wien

Newaldgasse 10, 1090 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bildeten ein neuer Stadtentwicklungsplan und ein Stadterneuerungsfonds die Grundlage für eine sanfte Stadterneuerung Wiens. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten. So konnten die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, saniert werden. Darüber hinaus fanden für Neubauten Wettbewerbe statt, um möglichst viele neue Ideen in die Architektur einzubringen.

Geschichte

Die Marktgasse bildete einst die Hauptachse der 1699 von Fürst Johann Adam Liechtenstein begründeten und planmäßig angelegten Vorstadt Liechtental, die sich zwischen dem ehemaligen Liechtensteinischen Brauhaus in der Reznicekgasse und dem Gartenpalais Liechtenstein erstreckte. Zwischen dem Brauhaus und der Newaldgasse bestand bis in die 1970er-Jahre eine Gruppe von Althäusern mit Werkstätten. Hier, im Bereich Althanstraße 49, hatte ab 1889 auch der erfolgreiche Kunstschlosser Alexander Nehr seine Werkstatt.

Die Architektur

Die vier Stiegen beherbergende Wohnhausanlage erstreckt sich von der Althanstraße über die Newaldgasse bis in die Marktgasse. Die Erdgeschoßzone ist mit Nuten versehen und passt sich dadurch sehr gut dem benachbarten Altbau in der Althanstraße an. In die ausgebrochene Hausecke Althanstraße-Newaldgasse ist eine verflieste Säule eingefügt; hier befindet sich der Eingang zum Kindergarten. Der Durchgang zum Innenhof samt Einfahrt zur Tiefgarage liegt an der Marktgasse.
Die breite Stirnfront zur Newaldgasse wird durch zwei symmetrisch angeordnete Erkerpaare gegliedert. Sie bilden mit den angrenzenden Fenstern, deren Brüstungen leicht vor die Fassadenfront gezogen sind, blockartige Einheiten, die durch die massiven Dachgebälkstücke zusammengehalten werden. Gleichförmige Fenster strukturieren die seitlich davon liegenden glatten Fassadenfelder. Auch die Fenster an der abgeflachten Hausecke zur Marktgasse sind mit erhabenen Brüstungen versehen.
Im Gegensatz dazu ist die Ecke zur Althanstraße abgerundet. Sowohl die Fenster als auch ihre Brüstungen versuchen, sich dieser Rundung anzupassen, indem sie leicht abgeknickt sind. Die schmalen Seitenfronten der Anlage sind deutlich schlichter gestaltet. Ein markant vorkragendes Dachgesims fasst den Fassadenaufbau kompakt zusammen. Die vier Stiegenhäuser werden vom Innenhof aus erschlossen, dessen Fronten großzügig mit Loggien ausgestattet sind.

Der Name

Die Wohnhausanlage ist nach dem Kunstschlosser Alexander Nehr (1855-1928) benannt, der an der heutigen Adresse Althanstraße 49 von 1889 bis zu seinem Tod 1928 seine Werkstatt führte. Der in Baja/Ungarn geborene Nehr kam 1873 nach Wien, wo er zunächst als Gehilfe in verschiedenen Schlossereien arbeitete. Er machte sich jedoch bald selbständig und wurde einer der wichtigsten Vertreter des Wiener Kunsthandwerks. Neben seinem Hauptwerk, dem Rathausmann, führte er zahlreiche Arbeiten an der Neuen Hofburg aus, wie etwa die Krone des Adlers am Heldenplatz.

Architekten

Armin Dolesch - Armin Dolesch (geb. 1928) studierte von 1947 bis 1950 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Lois Welzenbacher. Nach dem Studium verbrachte er einige Zeit in Zürich, machte sich aber bereits 1952 in Wien als Architekt selbstständig. Die Gemeinde Wien, für die er vier Wohnbauten errichtete, war einer seiner ersten Auftragsgeber. Seit 1970 ist Dolesch vor allem im Gesundheitswesen tätig. Ein besonderes Anliegen ist ihm auch der Schulbau. Auf der Suche nach neuen Gestaltungsmöglichkeiten gründete er die Arbeitsgruppe "Kinder(t)raum - Lebensraum Schule".

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