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Kohlgasse 31

Fakten

Kohlgasse 31

Kohlgasse 31, 1050 Wien

Baujahr: 1984-1985

Wohnungen: 18

Architekt: Gerhard Kroj

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Kohlgasse befindet sich im Gebiet des ehemaligen Vorortes Matzleinsdorf, der 1850 gemeinsam mit einer Reihe anderer Vororte nach Wien eingemeindet wurde. Der Straßenzug wurde bereits im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts angelegt und in weiterer Folge durchwegs mit - in den damaligen Vororten üblichen - zweigeschoßigen Wohnhäusern geschlossen verbaut. Einige dieser Althäuser sind in der Kohlgasse bis heute erhalten, wie etwa das Haus Nr. 33. Auch auf dem Platz der heutigen Wohnhausanlage Kohlgasse 31 stand ein solches einstöckiges Gebäude mit straßenseitig gelegenen Geschäftslokalen. Es wurde 1871 für die Firma F. J. Wolters (Mechaniker und Optiker) erbaut und 1980 abgerissen.

Die Architektur

Die sechs Hauptgeschoße umfassende Wohnhausanlage ist relativ unauffällig in die geschlossene Verbauung der Kohlgasse eingefügt. Die schlichte Straßenfront wird in erster Linie durch die beiden seitlich liegenden Erker gegliedert. Diese heben sich aber nur flach von der Fassade ab und erstrecken sich über die vier oberen Stockwerke. Die Mittelachse wird von breiteren Fenstern eingenommen, die von den äußeren Achsen betont abgesetzt angeordnet sind. Dem Wohnhaus aufgesetzt ist ein blechverkleidetes Dachgeschoß, aus dem - wie zur Bekrönung - sechs Gaupen emporragen. Die seitlich verlaufenden, ebenfalls grün gestrichenen Regenrinnen bilden gemeinsam mit dem grün gestrichenen Dachgesims eine Art Rahmen, der die Fassade umgibt. Die Rückfront ist in drei etwa gleich breite Abschnitte gegliedert. Der mittlere Teil wird von einer Doppelachse Loggien eingenommen, die markant vor die Fassadenfront gezogen sind und die Wohnräume zum begrünten Hofbereich öffnen. Die Dreiteilung der Rückfront findet sich auch im Dachgeschoß wieder, das von drei breiten Gauben aufgebrochen wird.

Der Name

Die Gasse ist seit 1887/88 nach Jakob Kohl (1801-1874) benannt. Der Spenglermeister ließ in dem damals neu angelegten Straßenzug die ersten Häuser errichten.

Architekten

Gerhard Kroj - Gerhard Kroj (geb. 1939) studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlagen Brandmeyergasse 2 in Wien 5 (1977/78) und Jedlersdorfer Straße 294 in Wien 21 (1994/95). Gerhard Kroj war auch an der Planung zur Wohnhausanlage "Wienerberggründe" in Wien 10 (ab 1978) beteiligt.

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