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Prandaugasse 3

Fakten

Prandaugasse 3

Prandaugasse 3, 1220 Wien

Baujahr: 1998-2000

Wohnungen: 150

Architekt: Manfred Nehrer, Reinhard Medek

Weitere Adressen

Tokiostraße 1, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Um die Jahrhundertwende gab es in der Umgebung des heutigen Wohnbaus vor allem unverbaute landwirtschaftliche Nutzflächen. Auf dem Gelände der Wohnhausanlage befanden sich alte Krautgärten und im Osten gab es ein Fabriksgebäude, in dem eine Bleicherei und Färberei untergebracht war. Im Zuge der baulichen Erschließung im Westen, nahe der Grenze zu Floridsdorf, wurde in den 1990er-Jahren der Donaufelder Hof errichtet. Der betreffende Wohnbau wurde wenige Jahre später im Anschluss daran gebaut und ist als Ergänzung desselben zu verstehen.

Die Architektur

Der Wohnbau erstreckt sich auf einem Gelände zwischen der Tokiostraße und der Dückegasse. Die umliegende Verbauung beschränkt sich auf wenige neue Wohnhausanlagen, sodass östlich und westlich der Anlage noch etliche leer stehende Grünflächen existieren. Der Wohnbau ist so eng mit dem Donaufelder Hof verwoben, dass der Eindruck einer großen Wohnhausanlage entsteht. Die Anlage Prandaugasse 3 besteht aus zwei Bauteilen, die entlang der Arakawastraße und der Prandaugasse verlaufen. Beide Trakte sind jeweils über einem L-förmigen Grundriss angeordnet, wobei der südliche Bauteil über ein extrem spitz zulaufendes Hauseck verfügt. Gemeinsam mit dem Donaufelder Hof, der wenige Jahre zuvor errichtet worden ist, teilt sich die Anlage einen schmalen Innenhof. Der Haupteingang zum gesamten Areal befindet sich in der Tokiostraße, die Stiegenhäuser sind aber auch über Seiteneingänge an den Ecken zur Arakawastraße und zur Prandaugasse zugänglich. Das Wohnhaus ist mit sieben Geschoßen relativ hoch und entspricht damit auch der Höhe des Nachbargebäudes. Die Fassade gliedert sich in mehrere Fensterachsen, wobei die mehrteiligen Öffnungen scharf in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Dazwischen sorgen mehrere Achsen mit Loggien für eine zusätzliche Gliederung und Auflockerung. Auffallend ist die eigenwillige Betonung der Straßenecken durch ein nach hinten versetztes Erdgeschoß. Der ausgesparte Raum in der Erdgeschoßzone wird jeweils durch zwei Säulen akzentuiert, die als Stützen für die restlichen Geschoße zu fungieren scheinen. Die Stiegenhäuser sind in risalitartigen Bauteilen im Innenhof untergebracht, die den restlichen Wohnbau um ein ganzes Stück überragen.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, trug ursprünglich den Namen Plankengasse. Seit 1917 ist sie nach Max Emanuel Hildebrand von Prandau benannt. Er war zwischen 1719 und 1729 Besitzer des Freihofes von Kagran.

Architekten

Manfred Nehrer - Manfred Nehrer (geb. 1944) studierte an der Technischen Universität Wien, wo er 1967 seinen Abschluss machte. Ab 1972 selbständig, gründete er ein Jahr später mit Reinhard Medek eine Bürogemeinschaft. Manfred Nehrer gilt als Spezialist im Schulbau. Gemeinsam mit seinem Partner plante er seit den 1970er-Jahren zahlreiche Schulbauten in ganz Österreich. Der zudem im Wohnbau tätige Architekt arbeitete auch für die Gemeinde Wien. So war er bei den Planungen des 3. Bauabschnitts der Wohnbebauung am Wienerberg in Wien 10 (Bauteil Neilreichgasse) beteiligt und errichtete die Wohnanlage Thaliastraße 164 in Wien 16. Für sein Schaffenswerk bekam Nehrer 2006 das Ehrenzeichen der Republik Österreich verliehen.

Reinhard Medek - Reinhard Medek (1944-2003) studierte von 1963 bis 1967 an der Technischen Universität Wien. Von 1973 bis zu seinem Tod arbeitete er in einer Bürogemeinschaft mit Manfred Nehrer. Reinhard Medek machte sich vor allem im Schulbau einen Namen und galt als Spezialist in diesem Bereich. Mit seinem Partner plante er zahlreiche Schulbauten in ganz Österreich, die sich durch ihre konzeptionelle Stringenz auszeichnen. Daneben war er für die Gemeinde Wien bei der Errichtung der Wohnbebauung Wienerberggründe in Wien 10 (Bauteil Neilreichgasse) beteiligt und plante auch die Wohnanlage Thaliastraße 164 in Wien 16. Gemeinsam mit Manfred Nehrer erhielt er bei Architekturwettbewerben 18 erste Preise.

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