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Simmeringer Hauptstraße 108 A

Fakten

Simmeringer Hauptstraße 108 A

Simmeringer Hauptstraße 108 A, 1110 Wien

Baujahr: 1999-2000

Wohnungen: 16

Architekt: Architektenguppe U-Bahn

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Simmering ein von Äckern und Gärten umgebenes kleines Dorf. Erst Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich hier große Betriebe an, denen es im Stadtgebiet zu eng wurde, wie etwa die Maschinen- und Waggonfabrik AG und die erste Fabrik der Unternehmerfamilie Mautner Markhof. In der Folge entwickelte sich Simmering zum Arbeiter- und Industrievorort, der 1892 zusammen mit Kaiserebersdorf sowie kleinen Teilen von Kledering, Schwechat und Albern als 11. Bezirk nach Wien eingemeindet wurde.

Gemeinsam mit dem Johann-Holzer-Hof (Simmeringer Hauptstraße 106-108) entstand 1960/61 auf einem ehemaligen Holzlagerplatz entlang der Simmeringer Hauptstraße eine ebenerdige Geschäftszeile. Diese wurde jedoch im Zuge der U3-Verlängerung nach Simmering im Jahr 1995 abgerissen und durch einen neuen Gemeindebau (Simmeringer Hauptstraße 108A) ersetzt.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage ist der geschlossenen Verbauung der Simmeringer Hauptstraße eingegliedert. Sie umfasst fünf Hauptgeschoße und ein an der Hofseite ausgebautes Dachgeschoß. Die Gebäudestruktur wird von glatten, zum Teil verglasten Flächen geprägt. Tief eingeschnittene Öffnungen (Hauseingänge, Zufahrt zur Tiefgarage) und große Schaufenster zergliedern das Erdgeschoß, das unter anderem ein Kundendienstzentrum von Wiener Wohnen beherbergt. Fensterbänder durchziehen die Front der beiden ersten Stockwerke, in denen Büroräumlichkeiten unterbracht sind. Die glatte Fassade der darüber liegenden Wohngeschoße wird durch gleichmäßig eingesetzte Fenster strukturiert. Kleine quadratische Öffnungen markieren straßenseitig das zum Hof ausgebaute Dachgeschoß. Durchschnitten wird die vertikal orientierte Straßenfront von dem breiten, leicht überhöhten Stiegenhausblock. Sein rundes Fenster im unteren Bereich und die großzügige Verglasung setzen einen markanten städtebaulichen Akzent. Die quadratischen Glasbausteine korrespondieren mit den Fenstereinschnitten und betonen zugleich den flächigen Fassadenaufbau. An der Rückseite des Wohnhauses befindet sich ein ebenerdiger Nutzbau. Gleichmäßig angeordnete Fenster durchlöchern die Hoffassade der unteren Geschoße. Darüber ist sie in großzügigen Loggien und im Dachgeschoßbereich in Terrassen aufgelöst.

Der Name

Die Simmeringer Hauptstraße ist nach dem bereits 1028 urkundlich erwähnten Ort Simmering benannt, der auch dem 1892 gegründeten 11. Wiener Gemeindebezirk seinen Namen gab. Die Straße hieß früher Hauptstraße, Schwechater Hauptstraße und Reichsstraße und war Teilstück einer alten Römerstraße.

Architekten

Architektenguppe U-Bahn - Die Architektengruppe U-Bahn wurde 1970 von zwei Teams gegründet: Architekt Wilhelm Holzbauer (geb. 1930) und die Architekten Heinz Marschalek (geb. 1935), Georg Ladstätter (geb. 1936) und Bert Gantar (geb. 1935). Sie gingen als Sieger für den Entwurf einer neuen Wiener U-Bahn hervor. Spezialisiert auf die Planung und Errichtung von Systemen des öffentlichen Verkehrs wurde unter anderem auch das U-Bahn-System in Vancouver, Kanada, zum Teil nach ihren Entwürfen (1982-1986) realisiert.

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