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Haslingergasse 35

Fakten

Haslingergasse 35

Haslingergasse 35, 1170 Wien

Baujahr: 1993-1995

Wohnungen: 17

Architekt: Walter Kral

Weitere Adressen

Nattergasse 18-20, 1170 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Ursprünglich befand sich an dieser Stelle ein zweigeschoßiges Wohnhaus in Privatbesitz. Der Eingang lag in der Nattergasse, vier Lokale und 14 Wohnungen waren in dem Gebäude untergebracht. Es musste jedoch, nachdem es unzulänglich geworden war, abgerissen werden. 1993 wurde die Baubewilligung für den heutigen Bau erteilt; 1997 war er bezugsfertig. Das Wohnhaus ist seit seiner Errichtung 1995 unverändert geblieben.

Die Architektur

Das Wohnhaus besteht aus einem lang gestreckten Baukörper entlang der Nattergasse. Der Eingang befindet sich an der Seite des Gebäudes in der Haslingergasse, das Stiegenhaus liegt im Hof. Über dem Eingang sind die Räumlichkeiten eines Kindertagesheims untergebracht - die Einrichtung nimmt fast das gesamte Erdgeschoß ein und verfügt über einen eigenen Hofbereich. In der Nattergasse ist der Bereich des Erdgeschoßes oberhalb des Sockelpodestes durch eine Reihe schmaler, hoher Rechteckfenster geöffnet. Die Straßenfassade ist vielschichtig gestaltet und wird durch mehrere, unterschiedlich weit über die Baulinie hinausgehende, farblich und materialmäßig differenzierte Fassadenelemente akzentuiert. Drei erkerähnliche Elemente setzen knapp an der Baulinie oder in diese vertieft an und ragen nach einer Seite hin darüber hinaus. Weitere Einbuchtungen im Eingangsbereich des Tagesheimes und der abgerundete Verlauf der Fassadenflucht zur Ecke hin lösen die Strenge der gerade verlaufenden Baulinie auf. Diese scheint eher wellenförmig zu verlaufen, die Ausbildung von Achsen wurde vermieden. Dunkle, kleinrechteckige Felder zwischen den Fenstern der Hauptwohngeschoße lockern die Fassade zusätzlich auf. Die Attikazone ist bogenförmig gestaltet. Die Hoffassade ist so angelegt, dass die Raumnutzung erkennbar wird. Der individuelle Stil des Wohnhauses findet in herkömmlichen architektonischen Begrifflichkeiten kaum eine Entsprechung. Traditionelle Fassadengestaltung wird hier aufgelöst, um eine neue, zeitgemäße Formensprache zu finden.

Der Name

Die Haslingergasse wurde 1894 nach dem Musikalienverleger und Kunsthändler Tobias Haslinger (1787-1842) benannt. Seine verlegerische Tätigkeit brachte Tobias Haslinger in engen Kontakt zu Ludwig van Beethoven. 1830 wurde Haslinger "K. k. Hof- und privater Kunst- und Musikalienhändler". Der Katalog seines Verlages umfasste bedeutende Werke damals zeitgenössischer Komponisten. Haslinger war Ehrenmitglied der schwedischen Akademie zu Stockholm sowie einer Reihe philharmonischer Vereine. Die Haslingergasse hieß davor Sterngasse.

Architekten

Walter Kral - Walter Kral (geb. 1943) studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Für die Gemeinde Wien plante er etwa die Wohnhausanlage Haslingergasse 35 in Wien 17 (1993-1995).

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