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Viehtriftgasse 9, 11, 12, 14

Fakten

Viehtriftgasse 9, 11, 12, 14

Viehtriftgasse 9, 11, 12, 14, 1210 Wien

Baujahr: 1995-1997

Wohnungen: 251

Architekt: Walter Ifsits, Helmut Schultmeyer, Manfred Schuster, Herbert Prehsler

Weitere Adressen

Satzingerweg 296, 1210 Wien

Viehtriftgasse 14, 1210 Wien

Viehtriftgasse 9, 1210 Wien

Zehdengasse 1, 1210 Wien

Viehtriftgasse 12, 1210 Wien

Viehtriftgasse 11, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Der Wohnbau liegt südöstlich der Leopoldauer Straße, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts nur stellenweise verbaut war. Vor allem nahe dem Floridsdorfer Zentrum gab es Wohnhäuser, und stadtauswärts hatten sich einzelne Fabriken angesiedelt. Im Bereich der heutigen Wohnanlage befanden sich ausschließlich Ackerflächen und die so genannten Wolfsgärten. In unmittelbarer Nähe verlief die Viehtrift, eine Weidefläche, die von den Bauern zum Treiben des Viehs genutzt worden ist.

Die Architektur

Die Wohnanlage aus den 1990er-Jahren verläuft zu beiden Seiten der Viehtriftgasse und besteht aus mehreren Bauteilen. Die Vielzahl der Architekten, die an diesem Projekt beteiligt waren, kommt am Wohnbau zum Ausdruck. Die einzelnen Gebäude unterscheiden sich sowohl in der Größe als auch in der Gestaltung. Zwischen den Bauten sind Grünflächen angelegt und Wegesysteme führen zu den Stiegeneingängen. Der Großteil der Gebäude ist mit zwei oder drei Geschoßen relativ niedrig gehalten und fügt sich daher gut in die umliegende Bebauung ein. Herzstück der Anlage ist der Bereich zwischen den Stiegen 4 und 5, nahe dem Sebastian-Hofbauer-Weg. Durch einen zentralen, mit Bäumen begrünten Platz entsteht der Eindruck eines eigenen kleinen Dorfes. Die Fassaden der einzelnen Bauteile gliedern sich in Fenster- und Balkonachsen und sind mit Terrassen und Dachausbauten ausgestattet. Neben Spielplätzen ist auch ein Kindertagesheim entlang des Satzingerweges in die Anlage integriert. Das Heim erstreckt sich über vier Geschoße und verfügt über ein hinter die Fassade gesetztes, ausgebautes Dachgeschoß. Charakteristisch für den Bau ist die mit durchlaufenden Balkonen besetzte Straßenfront.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, trägt seit 1993 den Namen Viehtriftgasse. Die Bezeichnung geht auf die Tätigkeit des Viehtreibens zurück und soll an die landwirtschaftliche Vergangenheit von Floridsdorf erinnern. Alte Flussarme und Ufersäume wurden als Weideflächen und Wege zum Viehaustreiben genutzt und demnach als Viehtrift bezeichnet.

Architekten

Walter Ifsits - Walter Ifsits (geb. 1951) studierte bis 1980 Architektur an der Technischen Universität Wien, wo er später auch einen Lehrauftrag erhielt. Er arbeitete zunächst am Institut für Städtebau und am Institut für Wohnbau und war als Gestaltungsbeirat der Stadt Linz tätig. 1991 gründete er gemeinsam mit Hanno Ganahl und Werner Larch die Arbeitsgemeinschaft "Ganahl-Ifsits-Larch", die seit 2006 nur noch aus Ifsits und Ganahl besteht. Das Architektenteam entwarf mehrere große Wohnhausanlagen, wie etwa in der Perfektastraße in Wien 23 (1998-2000) und in der Reisingergasse/Humboldtgasse in Wien 10 (1998-2000). Mehrere Aufträge führten die beiden Architekten auch nach Linz, wo sie unter anderem die Verwaltungsgebäude des ESG Center Linz (1996-1998) und der Linz AG (2003-2006) realisieren konnten.

Helmut Schultmeyer - Helmut Schultmeyer (1936-2002) studierte nach dem Besuch der Gewerbeschule Schellinggasse in Wien 1, Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Roland Rainer, in dessen Büro er später auch mitarbeitete. Bereits im Alter von 21 Jahren war Helmut Schultmeyer im Atelier von Kurt Klaudy beschäftigt. Zu seinen bedeutendsten Bauwerken zählen das Postzentrum in Wien 3, Erdberger Lände 36-48 (1980-1985; mit Sepp Frank und Heinz Neumann), und die Feuerstelle der Olympiade 1976 am Bergisel in Innsbruck. Für die Gemeinde Wien war Helmut Schultmeyer an den Plänen zum Karl-Wrba-Hof in Wien 10, Sahulkastraße 3-5 (1972-1982), und zur Wohnhausanlage Viehtriftgasse 9, 11, 12 und 14 in Wien 21 (1995-1997) beteiligt.

Manfred Schuster - Manfred Schuster (geb. 1939) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante er zusammen mit Franz Kiener den Rudolf-Krammer-Hof in Wien 6, Mollardgasse 39-41 (1980-1983), und in einer größeren Arbeitsgemeinschaft die Wohnhausanlage Viehtriftgasse 9, 11, 12, und 14 in Wien 21 (1995-1997).

Herbert Prehsler - Herbert Prehsler (geb. 1926) studierte bis 1951 an der Technischen Hochschule Wien. Zunächst arbeitete er in Partnerschaft mit Eduard F. Sekler. Als selbständiger Architekt plante er vor allem Industriebauten, wie etwa mehrere ORF-Sendeanlagen. Seine bedeutendsten Leistungen liegen aber im Bereich von Renovierungsarbeiten. Von 1977 bis 1989 war er mit der Renovierung des Palmenhauses im Schlossgarten von Schönbrunn beschäftigt. Im Anschluss daran erfolgte die Renovierung des Palmenhauses im Burggarten.

Freie Garagenplätze

Art Miete
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