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Rosa-Jochmann-Ring 1

Fakten

Rosa-Jochmann-Ring 1

Rosa-Jochmann-Ring 1, 1110 Wien

Baujahr: 1995-1997

Wohnungen: 109

Architekt: Walter Stelzhammer

Weitere Adressen

Svetelskystraße 2, 1110 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt im Bezirksteil Kaiser-Ebersdorf, der ursprünglich ein Gassengruppendorf unterhalb der Simmeringer Terrasse war. Urkundlich wurde die Gemeinde erstmals 1108 erwähnt. Sie war ab dem 12. Jahrhundert im Besitz der Herren von Himberg und später jener von Ebersdorf. 1499 gelangte die Herrschaft in den Besitz von Kaiser Maximilian I., der Ebersdorf als Jagdgebiet nutzte und den Herrensitz zu einem noch heute bestehenden Jagdschloss ausbauen ließ. Bis in die 1960er-Jahre bewahrte das von weitläufigen Gartenflächen umgebene Kaiser-Ebersdorf seinen dörflichen Charakter. Erst durch die Errichtung großer Wohnhausanlagen wurde es mehr an das Stadtgebiet angeschlossen. In den 1990er-Jahren erfolgte die Erschließung des "Stadterweiterungsgebiets Leberberg". Als zentrale Elemente wurden - unter Berücksichtigung alter Parzellierungen und Wege - die beiden Parkanlagen "Stadtpark Leberberg" (Größe: ca. 26.000 m2) und "Hofgartel" (Größe: ca. 20.000 m2) gestaltet.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage ist Bestandteil des Mitte der 1990er-Jahre neu angelegten Stadtteils am "Rosa-Jochmann-Ring". Die Wohnhäuser sind in einem Ring um eine zentrale Parkanlage gruppiert. Dabei folgen sie zwar dem Prinzip der Blockrandverbauung, greifen jedoch mit ihren Hofflügeln weit in den Grünbereich hinein. So ist auch die von Walter Stelzhammer geplante Anlage wie ein Kamm angelegt.

Zur Straße hin zeigt sich das Wohnhaus betont schlicht. In die glatte Front sind scharf lange und tiefe Loggien eingeschnitten, die auch die rechte Ecke ausbrechen. Vertikale Akzente setzen die Glasbausteine der Stiegenhausachsen, die die flächige Fassadenstruktur unterstreichen und eine beinahe kühle Atmosphäre schaffen. An der linken Ecke ist das Stiegenhaus städtebaulich markant turmartig überhöht.

Die drei in die Grünanlage ragenden Trakte sind durch je zwei Laubengänge an den Straßenblock angebunden. Über die drei Stiegenhäuser an den Andockstellen werden sowohl die Wohnungen an der Straße als auch im Hof erschlossen. Die Laubgänge sind jeweils zwischen dem 1. und 2. Stock sowie dem 3. und 4. Stock an die Rückseite der Hofblöcke gesetzt, wodurch die zweigeschoßig angelegten Wohnungen der Obergeschoße über die Zwischenpodeste der Wohnungstreppen betreten werden. Die Vorderseiten der Hofblöcke sind großzügig mit Fenstern und Loggien ausgestattet. Jedoch wird auch hier an der Fläche festgehalten. Umso bemerkenswerter sind die massiven Balkone, die aus der Schmalseite des Straßenblocks emporwachsen.

Der Name

Benannt wurde der Mitte der 1990er-Jahre neu angelegte Verkehrsweg nach Rosa Jochmann (1901-1994). Jochmann, die sich schon früh in Gewerkschaften engagierte, wurde 1932 zur Frauensekretärin der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei bestellt und gehörte bereits 1933 dem Parteivorstand an. Nach dem Verbot der SDAP 1934 wurde sie als Gründungsmitglieder der Revolutionären Sozialisten mehrmals verhaftet. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes wurde Jochmann 1939 ins KZ Ravensbrück überstellt, wo sie bis zum Kriegsende 1945 inhaftiert war. 1945 wurde sie in den Nationalrat gewählt, dem sie bis 1967 angehörte; zudem war sie von 1959 bis 1967 Frauensekretärin der SPÖ. Als Vorsitzende des Bundes der Sozialistischen Freiheitskämpfer und Opfer des Faschismus leistete sie bis 1990 als Zeitzeugin Aufklärungsarbeit in Schulen und Bildungsstätten.

Architekten

Walter Stelzhammer - Walter Stelzhammer (geb. 1950) studierte von 1970 bis 1977 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Ernst A. Plischke und Gustav Peichl. Nach dem Studium war er zunächst Mitarbeiter in den Büros von Robert Krier und Gunther Wawrik. 1982 gründete Stelzhammer sein eigenes Atelier. Zu seinen vielfach mit Preisen ausgezeichneten Bauwerken gehören unter anderem die Wohnhausanlage Mühlgrundweg in Wien 22 (Hardeggasse 69; 1996), die Wohnarche Atzgersdorf in Wien 23 (Ziedlergasse 8-10; 1996/97) und der MegaBaumax Brünner Straße in Wien 21 (2004). 2000 war Stelzhammer mit seinem 1995 in der Türkei fertig gestellten Sommerhaus "Maison Turquoise" für den Aga Khan Award for Architecture nominiert, den weltweit bedeutendsten Architekturpreis.

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