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Johann-Gottek-Gasse 18

Fakten

Johann-Gottek-Gasse 18

Johann-Gottek-Gasse 18, 1230 Wien

Baujahr: 1980-1982

Wohnungen: 25

Architekt: Ernst-Helmar Zwick

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde im Anschluss an eine Forschungsarbeit im Bereich der Wohnbauforschung, bei der das Grundstück für die Untersuchung der praktischen Nutzanwendung mit dem Ziel einer möglichst wirtschaftlichen Bebauung herangezogen wurde, errichtet. Unter der Prämisse einer möglichst hohen Geschoßflächenzahl bei günstigen Belichtungs- und Besonnungsverhältnissen sollten Reihenhäuser für kinderreiche Familien, kombinierbar mit Wohnungen für alleinstehende Ehepaare und alte Leute, geschaffen werden.
Das Grundstück liegt in einem Siedlungsbereich von Alt Erlaa, der nur mit frei stehenden Einfamilienhäusern verbaut ist.

Die Architektur

Die Anlage mit insgesamt 25 Wohneinheiten wurde auf einem annähernd trapezförmigen Grundstück errichtet, das von der schräg verlaufenden Johann-Gottek-Gasse im Osten, der Dessoffgasse im Süden und der im rechten Winkel abbiegenden Bertoldusgasse sowohl im Westen als auch im Norden begrenzt wird. Vier große, zweigeschoßige Blöcke mit ausgebautem Dachgeschoß und angeschlossenen Grünparzellen unterschiedlicher Größe an deren Rückseiten füllen das Areal beinahe flächendeckend aus. Sie werden entlang den Hauptachsen über zwei Gehwege erschlossen, die sich in der Mitte der Anlage kreuzen. Im westlichen Abschnitt des nach Osten verlaufenden Fußweges gibt es einen Kinderspielplatz. Neben dem Fußpfad in der Johann-Gottek-Gasse befindet sich eine Zufahrt zur Tiefgarage.
Den Hauptpfad bildet die breitere Nord-Süd-Achse, an der beiderseits die Eingänge zu den Reihenhäusern liegen. Den Eingangstüren von jeweils zwei Wohneinheiten ist ein unterteiltes, ebenerdiges Vorhaus mit leicht geneigtem Pultdach vorgelagert. Diese Vorhäuser sind auf Dachhöhe durch pergolaartige Betonträger miteinander verbunden. Weit vorgezogene Betonrahmen grenzen die Reihenhäuser im Obergeschoß voneinander ab. Die Fassaden aller Gebäude erhalten durch die Kombination von unverputzt belassenem Hohlblockziegelmauerwerk und dunkel gebeizten Holzverschalungen zwischen den weißen Betonsichtschutzwänden der einzelnen Wohneinheiten eine rustikale Note. Ungewöhnlich ist auch die Dachlösung, die den höhengestuften Charakter der Reihenhaustrakte wesentlich mitbestimmt.

Der Name

Die Johann-Gottek-Gasse ist seit 1966 nach Johann Gottek (1891-1963), einem ehemaligen Bezirksrat (1950-1963) der SPÖ, benannt.

Architekten

Ernst-Helmar Zwick - Ernst-Helmar Zwick (geb. 1939 in Klagenfurt) studierte bis 1967 Architektur an der Technischen Universität Wien. Bereits während seines Studiums absolvierte er mehrere Praktika in Hamburg, Helsinki und Wien. Nach der Gründung eines eigenen Büros 1974 in Wien beschäftigte er sich in erster Linie mit Wohnbauforschung und führte eine Forschungsarbeit zum Thema "Wohnbausystem verdichteter Flachbau" durch. Auf Basis dieser Arbeit erfolgten sodann die Planung und Realisierung von Reihenhaussiedlungen mit Mietermitbestimmung sowie der Bau von solarbeheizten Niedrigenergiehäusern. Für die Stadt Wien plante Ernst-Helmar Zwick unter anderem die Siedlung samt Solaranlage Johann-Gottek-Gasse 18 in Wien 23 (1981).

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