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Wagenmanngasse 3

Fakten

Wagenmanngasse 3

Wagenmanngasse 3, 1230 Wien

Baujahr: 1969-1970

Wohnungen: 34

Architekt: Brigitte Ottel

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Das langgestreckte Wohnhaus an der Wagenmanngasse 3 wurde in den Jahren 1969-70 nach Plänen der Architektin Brigitte Ottel errichtet. Die 3 Stiegen umfassende Anlage entstand an der östlichen Grenze des Fridtjof-Nansen-Parks im Bezirksteil Atzgersdorf.

Das ehemalige Gassengruppendorf, das 1850 als freie Gemeinde konstituiert und 1938 in den Bezirk Liesing eingemeindet wurde, entwickelte sich schnell vom ehemals landwirtschaftlich geprägten Dorf zur industriellen Gemeinde Wiens. Das ursprünglich von Einfamilienhäusern und Villen bestimmte Stadtbild wird heute zunehmend von Wohnhausanlagen und großzügig angelegten Parks, wie dem Fridtjof-Nansen-Park, geprägt.

Darüber hinaus zeichnet sich der Bezirk auch heute noch durch seine hohe Dichte an Schulen aus.

Die Architektur

Das dreigeschoßige Wohnhaus an der Ecke Wagenmanngasse/Mehlführergasse beherbergt insgesamt 34 Wohnungen und ein Kindertagesheim, das in einem bungalowartigen Anbau am Nordende des Baus untergebracht ist. Der Zugang zu den Stiegen erfolgt über die in diesem Bereich als Fußgängerzone gestaltete Mehlführergasse im Westen.

Die Architektur des langgestreckten Baus ist geprägt durch vor und hinter die Baulinie gesetzte Baukörper. Straßen- und Hoffassade sind durch vertikale Fenster- und Loggienachsen gegliedert. Auffallend ist die Gestaltung der ost- und westseitigen Terrassen als vor die Fassade kragende Halbloggien. Durch die Ausrichtung der Wohnungen in der Ost-West-Achse wird eine optimale Beleuchtung gewährleistet; es gibt Morgensonne in den Schlafräumen und Abendsonne in den Wohnräumen.

Neben ausreichender Parkmöglichkeit in den umliegenden Gassen verfügt das Wohnhaus darüber hinaus über einen PKW-Abstellplatz für 12 Autos an der Wagenmanngasse.

Der Name

Die Wagenmanngasse trägt ihren Namen seit 1967 und wurde nach Dr. Karl Wagenmann (geb. 1787) benannt, der 1832 eine chemische Fabrik gegründet hatte, die im Jahr 1911 als das Unternehmen "Wagenmann, Seybel & Co." zur HIAG kam und fortan eine große Rolle für die Rüstungsindustrie der Monarchie spielte.

Die quer dazu verlaufende ehemalige Bauergasse wurde im Jahr 1955 nach dem Gemeinderat von Atzgersdorf Theodor Mehlführer (1880-1929) in Mehlführergasse umbenannt.

Prominente Bewohner

Zu den zahlreichen berühmten Bewohnern von Atzgersdorf gehört auch der Volksschauspieler Karl Skraup (1898-1958), der vor allem durch seine Rollen in Nestroy- und Raimundstücken große Beliebtheit erlangte. Zu seinen Ehren stiftet die BAWAG (Bank für Arbeit und Wirtschaft, heutige BAWAG PSK) seit 1968 den "Karl-Skraup-Preis" für herausragende Ensemblemitglieder. Karl Skraup wurde auf dem Atzgersdorfer Friedhof beigesetzt.

Sanierung

von 1996 bis 1997

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1996 und 1997 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Brigitte Ottel - Brigitte Ottel wurde 1934 in Wien geboren und studierte Architektur an der Technischen Universität Wien. Seit 1964 arbeitet sie als freischaffende Architektin und ist hauptsächlich im Bereich Schulbauten tätig.

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