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Brunner Straße 21

Fakten

Brunner Straße 21

Brunner Straße 21, 1230 Wien

Baujahr: 1969-1971

Wohnungen: 69

Architekt: Helmut Lindner

Weitere Adressen

Reklewskigasse 36, 1230 Wien

Josef-Österreicher-Gasse 10, 1230 Wien

Brunner Straße 29, 1230 Wien

Klugargasse 5, 1230 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 70er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage liegt im Bereich des erstmals um 1120 urkundlich erwähnten Atzgersdorf. Bis ins 19. Jahrhundert war der Ort vor allem durch Wein- und Ackerbau geprägt. Nur langsam setzte in Atzgersdorf um 1850 die Industrialisierung ein. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die zahlreichen Mühlen entlang der Wasserläufe, die in Fabriken umgewandelt wurden. Mit der Verfügung vom 1. Oktober 1938 zur Bildung eines "Groß-Wien" wurde der 1904 aus mehren Vororten, darunter auch Atzgersdorf, gebildete Gerichtsbezirk Liesing als 25. Bezirk nach Wien eingemeindet. Durch das am 29. Juni 1946 beschlossene Gebietsänderungsgesetz wurde daraus der heutige 23. Bezirk.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage umfasst zwei Baukörper, von denen einer an der Josef Österreicher-Gasse bzw. Brunner Straße, der zweite an der Reklewskigasse liegt und von der Brunner Straße bis zur Klugargasse verläuft. Die insgesamt neun zwei- und dreigeschoßigen Stiegen erstrecken sich über vier Straßen und sind auf der Seite der Brunner Straße durch ein Einfamilienhaus und eine Wohnhausanlage räumlich voneinander getrennt. Die beiden dreistöckigen Stiegen an der Reklewskigasse (Stg. 7 und 8) bieten Raum für insgesamt 24 Pkw-Abstellplätze und beherbergen neben kleinen Nebenräumen im Erdgeschoß nur die Stiegenhäuser. Die Wohnungen befinden sich hier im ersten und zweiten Obergeschoß. Die Fensterreihen der südseitigen Straßenfassade (an der Reklewskigasse) sind mit 23 Balkonen ausgestattet. Ein ebenerdiger Außenzugang mit einer Rampe zum Clubbüro sowie eine Mutterschaftsberatung auf Stiege 6 lockern das Gesamtbild auf. Weiters verfügt die Anlage über Waschküchen und beherbergt zwei Ordinationen.

... und die Kunst

Über den Eingangstüren der Stiegen 4 und 5 (an der Brunner Straße) befindet sich in der Treppenachse pro Geschoß je ein Sgraffito-Wandfeld (insgesamt drei pro Stiege) mit geometrischen Mustern, abwechselnd in Schwarz und Rot gehalten, gestaltet von Maria Plachky aus den Jahren 1969 bis 1971.
Über den Eingängen zu den Stiegen 1 und 2 (in der Josef-Österreicher-Gasse) finden sich ebenfalls Sgraffito-Wandfelder über den breiten Fensterzonen des Stiegenhauses, das sich dadurch optisch durch die Farbe Rot von der sandfarbenen Fassade abhebt. Diese Reliefs stammen von Theobald Schmögner aus den Jahren 1969/70 und zeigen Landschaftsmotive. Stilistisch sind sie mit den 1966/67 entstandenen Arbeiten von Ferry Zotter in Wien 11, Weißenböckstraße, zu vergleichen.

Der Name

Das Benennungsdatum für die Brunner Straße ist unbekannt. Sie führt von Atzgersdorf bis nach Brunn am Gebirge im Süden Wiens. Die Josef-Österreicher-Gasse ist nach dem verdienten Wiener Geschäftsmann Josef Österreicher (1849-1919) benannt, die Reklewskigasse erhielt ihren Namen 1958 nach dem Juristen und Gerichtspräsidenten Dr. Johann Kouty Conzaga Ritter von Reklewski (1878-1964); sie hieß zuvor Mühlgasse. Die Klugargasse ist nach einer alteingesessenen Atzgersdorfer Zier- und Handelsgärtnerfamilie benannt.

Sanierung

von 1996 bis 2000

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1996 bis 2000 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Helmut Lindner - Helmut Lindner (1925-1978) studierte von 1946 bis 1952 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1953 die 2. Staatsprüfung ablegte. Lindner war vor allem im kommunalen Wohnbau der Stadt Wien und des Landes Niederösterreich tätig. Unter anderem plante er die Wohnhausanlagen Brunner Straße 21 und 29 in Wien 23 (1969-1971).

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