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Karl-Schwed-Gasse 48-50

Fakten

Karl-Schwed-Gasse 48-50

Karl-Schwed-Gasse 48-50, 1230 Wien

Baujahr: 1965-1967

Wohnungen: 336

Architekt: Otto Niedermoser

Weitere Adressen

Johann-Hörbiger-Gasse 45, 1230 Wien

Meranerweg 1-3, 1230 Wien

Alfons-Petzold-Gasse 47, 1230 Wien

Meranerweg 2-4, 1230 Wien

Heißgasse 38, 1230 Wien

Karl-Schwed-Gasse 75-81, 1230 Wien

Eberstorferweg 2-4, 1230 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die kleine Wohnhausanlage in der Karl-Schwed-Gasse 48-50 wurde in den Jahren 1965 bis 1967 nach Plänen des Architekten Otto Niedermoser errichtet. Sie ist Teil der zwei Jahre später fertig gestellten, benachbarten Wohnhausanlage an der Marktgemeindegasse 44-50, die nach Entwürfen desselben Architekten entstand.

Die drei Wohnblöcke mit der Hauptadresse Karl-Schwed-Gasse 48-50 erstrecken sich über einen Verband von vier Gassen und umfassen das als "Rosenberg" bekannte Gebiet, an dessen Nordgrenze das Krankenhaus "Am Rosenhügel" anschließt. Die Anlage selbst wird im Osten von der Karl-Schwed-Gasse und im Süden von der Marktgemeindegasse begrenzt. Sie wurde unweit des Aquädukts der 2. Wiener Hochquellwasserleitung errichtet, welche die wirtschaftliche Entwicklung des Bezirkes seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts maßgeblich mitbestimmt hat. Heute präsentiert sich der Bezirksteil und ehemalige Heurigen- und Villenort Mauer (1938 nach Wien eingemeindet) als abwechslungsreicher Mix aus Ein- und Mehrfamilienhäusern, Villen und kommunalen Wohnhausanlagen der 1950er- und 1960er-Jahre. Er zeichnet sich - wie der gesamte Bezirk Liesing - durch seine familienorientierte Struktur und die hohe Dichte an Schulen und Kinderbetreuungsstätten aus.

Die Architektur

Die drei zweigeschoßigen Wohnblöcke in der Karl-Schwed-Gasse sind niedriger ausgeführt als die Bauten der dazugehörigen Anlage in der Marktgemeindegasse und fügen sich gut in das lokale Umfeld mit niedrigen Villen und Ein- bzw. Mehrfamilienhäusern ein. Zusammen mit dem zweiten Bebauungsteil umfasst die Anlage heute insgesamt 336 Wohnungen.

In der Gestaltung der Häuser mit den getäfelten Westfronten, den südseitigen Loggien bzw. Halbloggien - die teilweise heute geschlossen sind - wurde auf die nahe gelegene Wohnhausanlage der Stadt Wien in der Johann-Hörbiger-Gasse 24-28 aus den Jahren 1956 bis 1958 Bezug genommen. Diese baulichen Elemente kamen auch bei den Häusern der Anlage in der Marktgemeindegasse (zweiter Bebauungsteil) aus den Jahren 1967 bis 1969 zur Anwendung. Weitere Akzente setzen die genutete Sockelzone und das über die Traufe gezogene Satteldach. Für die gesamte Anlage stehen insgesamt drei PKW-Abstellplätze für 92 Fahrzeuge in der Alphons-Petzold-Gasse, der Marktgemeindegasse und der Karl-Schwed-Gasse zur Verfügung.

... und die Kunst

In den Jahren 1966 bis 1968 entstand an der Marktgemeindegasse, der Karl-Schwed-Gasse und der Johann-Hörbiger-Gasse nach Entwürfen des Wiener Künstlers Franz X. Hauser eine Natursteinplastik mit dem Titel "Komposition".

Der Name

Die ehemalige Holzweber- (1938) bzw. Mariengasse (1947) wurde 1957 in Karl-Schwed-Gasse umbenannt, nach dem Vorkämpfer der Arbeiterbewegung Karl Schwed (1878-1952).

Die quer dazu verlaufende Marktgemeindegasse erinnert seit 1929 an die Markterhebung Mauers im Jahr 1927.

Die Parallelstraße und ehemalige Eichengasse erhielt ihren heutigen Namen im Jahr 1957 nach Johann Heiß (1874-1952), Gemeinderat von Mauer.

Der österreichische Alpinist und Himalayaexpedist Hermann Roiß (1927-1959) war Namensgeber für die 1964 von Heimgasse in Roißgasse umbenannte Straße.

Prominente Bewohner

Zu den zahlreichen berühmten Bewohnern von Mauer gehörte auch der Techniker, Maschinenkonstrukteur und Vater der legendären österreichischen Schauspieler Paul und Attila Hörbiger, Johann (gen. Hanns) Hörbiger (1860-1931), zu dessen Ehren eine Gasse im 23. Bezirk benannt ist.

Sanierung

von 2014 bis 2017

Die Wohnhausanlage wurde ab 2014 saniert. Unter anderem wurden das Dach erneuert, die Fassade gedämmt und die Fenster und Türen getauscht oder instandgesetzt. Durch diese Maßnahmen werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Umweltbelastung gesenkt. Weitere Sanierungsarbeiten wurden in den Stiegenhäusern, den Außenanlagen usw. vorgenommen.

Architekten

Otto Niedermoser - Otto Niedermoser (1903-1976) studierte an der Wiener Kunstgewerbeschule Bühnenbild bei Alfred Roller und Architektur bei Josef Hoffmann. 1925 wechselte er an die Akademie der bildenden Künste, wo er sein Studium bei Peter Behrens abschloss. Niedermoser war vor allem als Innen- und Filmausstatter tätig, wie etwa bei den Filmen "Der Engel mit der Posaune" (1948) und "1. April 2000" (1952). Sein bedeutendstes architektonisches Werk ist der mit Hans Petermaier geplante Wiederaufbau der Fischerstiege und der angrenzenden Wohnhäuser in Wien 1 (1952-1954).

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